Das Mittelalterprojekt der 6. Klassen der Reformschule

September / Oktober 2008

Alle drei 6. Klassen der Reformschule haben mit dem Mittelalterprojekt zu Beginn des Schuljahres begonnen. Im Mittelpunkt des Projektes stehen die Lebensräume der Menschen in der Zeit
des Mittelalters:
Das Leben der Bauern auf dem Land, die Gründung der Städte und das Leben in der Stadt,
die Kirche und das Kloster und das Leben der Ritter auf den Burgen.

Die Schüler lernen so die unterschiedlichen Lebensbedingungen der Menschen kennen, erfahren
die Unterschiede der sozialen Stellung, die Abhängigkeiten von Raum und Zeit und können
Vergleiche zur heutigen Zeit anstellen.

Im Rahmen des Projektes wurden zwei Exkursionstage nach Lübeck durchgeführt, um die
Spurensuche lebendig und anschaulich zu gestalten.
Ein weiterer Höhepunkt des Projektes war auch das mittelalterlichen Kochen in unserer
Schulküche unter fachkundiger Anleitung der beiden Schulpraktikantinnen.

Im Laufe des Projektes kamen eine Vielzahl von Arbeitstechniken und Methoden zum Einsatz,
wobei die Förderung der selbständigen Schülerarbeit im Mittelpunkt stand:
Lehrerzentrierte Einführungsphasen, die Arbeit an Texten und Bildern,die Vorbereitung und Durchführung von Rollenspielen in kleinen Gruppen, die Erarbeitung eines Referates mit einem Handout in Partnergruppen zu Themen des Lebens in der Stadt und Stations - oder Planarbeit zum Leben auf der Burg.
Parallel dazu arbeiteten die Schüler im Fach "Kunst im Projekt" an dem Bau einer
mittelalterlichen Burg.

Eine Fotoschau soll einen Einblick in das Projekt verschaffen.

 
 
Rollenspiel zum Leben der

hörigen Bauern auf dem Land

Bilder aus der Klasse 6 HR1
 
Ankunft: Bahnhof Lübeck
Gang durch mittelalterliche Gassen
Das Schabbelhaus: ein mittelalterliches
Kaufmannshaus - heute eine Weinhandlung.
Das Holstentor -
erbaut im 15. Jahrhundert

Im Holstentor befindet sich ein Museum über die Stadt Lübeck im Mittelalter.

Dabei geht es vor allem um den Handel, den Markt, die Kaufleute, die Schifffahrt und die Hanse.
Anhand von Modellen, Bildern, Grafiken und Originalgegenständen wird die alte Zeit für die Besucher wieder ein Stück lebendig.

aufmerksame Zuhörer
 
Das Heiligen-Geist-Hospital
Mittelalterliches Hospital und Stätte der Fürsorge
für arme und alte Menschen

Die große Halle war bis 1970 bewohnt -
die Holzhütten mit einem kleinen Wohnraum
für alte Menschen gab es im Mittelalter nicht.

Im Mittelalter schliefen in der großen Halle auf der einen Seite die Frauen und auf der anderen Seite die Männer.
Es herrschten sehr strenge Regeln - bei Verstößen gegen die Regeln gab es brutale Prügelstrafen.
 
Einraumwohnung nach dem 2. Weltkrieg
bis 1970
Zum Hospital gehört auch eine Kapelle
Verdiente Pause auf einem Spielplatz -
die Klasse 6 HR2

Das St. Annen-Kloster wurde für die Nonnen des Augustinerordens gebaut.
Reiche Bürger kauften ihre unverheirateten Töchter ins Kloster ein.
Man weihte das Kloster der heiligen Anna, der Mutter Marias, weil sie ihre Tochter so vorbildlich zur Reinheit erzogen hatte.

Heute befindet sich in den Räumen des Klosters das St. Annen-Museum mit Schätzen der kirchlichen
und bürgerlichen Kunst der Hansestadt Lübeck.

 
Anhand der Bilder und Sulpturen wird den Schülern das Leben im Mittelalter nähergebracht.
 
Marc schlüpft in die Rolle eines Kindes im Mittelalter

Die St. Marien-Kirche in Lübeck

So hoch, von Licht erfüllt, so prächtig ist der Himmel.

St. Marien - ein Denkmal der Backsteingotik

Die Hauptkirche des Rates und der Bürger von Lübeck.

Die Marienkirche war ein gewagter Bau. Niemals
zuvor hatte man eine Kirche aus Backstein so hoch gebaut und mit einem Gewölbe versehen.

Für die Menschen im Mittelalter war die Kirche ein Abbild des Himmels.
Jeder Stein, jeder Lichtstrahl, jede Farbe, jedes Maß und jede Zahl hatte Bedeutung und diente dazu, das Unsichtbare - nämlich Gott - anschaulich und glaubhaft zu machen.

St. Marien besitzt die größte mechanische Orgel der Welt mit 15 000 Pfeifen.
 

über 400 Stufen führt die

Wendeltreppe im Turm nach oben
Die Gewölbeführung war die spannenste
und eindrucksvollste Führung in Lübeck

Blick auf die Gewölbe von oberhalb
des Kirchenschiffes

Ein klug ausgedachtes System aus Stützen lenkt die Schubkräfte des Gewölbes nach außen und ermöglicht so die enorme Höhe.

Die Skizze zeigt uns geschickte mittelalterliche Baumethoden

Das ausgeklügelte Bausystem der
Gewölbedecken der Kirche als Skizze

Auf dem Turmweg nach oben - über 400 Stufen -
Zwischenstation: Der Glockenraum
eindrucksvoll
als das Glockenspiel ertönte
Eine Ausstellung und Erläuterung zum Backsteinbau
- für die Kirche wurden über 4 Millionen Backsteine verbaut.

Endlich ist der Aufstieg geschafft:
Der Blick belohnt: Lübeck von oben.

  

gute Stimmung!

Die Ausflüge nach Lübeck haben sich richtig gelohnt!
Mittelalterlioches Essen in der 6 HR1
Buchweizengrütze
  
 
Mittelalterlicher Kochkurs in unserer Schulküche:
 
Unter Anleitung der beiden Schulpraktikantinnen
  
 
bringt es allen viel Spaß!
 
Jetzt aber schnell in den Ofen
  
 
der Teig für den Flammkuchen wird bereitet
 
und mit Zutaten beschichtet
  
 

lecker, lecker...

 
an der gemeinsamen mittelalterlichen
Tafel
  

3 Beispiele für das Handout - eine Zusammenfassung wichtiger Inhalte zum Referat,
die an alle Zuhörer verteilt wird.

Diese Aufgabenstellung war neu für die
Schülerinnen und Schüler und sie
erforderte auch einen längeren
Arbeitsprozess.

Die Ergebnisse waren noch nicht alle
perfekt - das kann man auch nicht erwarten -
einige Handouts waren aber doch
schon gut vorzeigbar.

 
Die Frau und ihre Familie im Mittelalter
  
  
 
Handwerker und Zünfte in der mittelalterlichen Stadt
 
Die Gründung und Entwicklung einer Stadt
  
 

Kunst im Projekt

 
Die Schüler basteln eine Burg
  
    
  
 

die letzten Verbesserungsarbeiten

 
ein fertiges Produkt
  
 
mittelalterliche Impressionen
 
im Kunstunterricht
  

Am Ende des Projektes erhalten die Schülerinnen
und Schüler ein Zertifikat mit der Bewertung ihrer
Mitarbeit und ihrer Arbeitsergebnisse.

Es gibt Einzelbewertungen für die

- Mitarbeit
- für die Präsentationen
- für die Mappe
- für den Abschlusstest

Am Ende gibt es eine Gesamtbewertung:

Du hast mit großem Erfolg teilgenommen.

Du hast mit Erfolg teilgenommen.

Du hast ohne Erfolg teilgenommen.

Dann gestalten die Schülerinnen und Schüler ihr
Port-Folio ( ihre Schatzkiste ) zu dem Projektthema.
Sie machen sich Gedanken über ihre Projektarbeit:
Was ist gelungen? Was ist nicht gelungen?
Was habe ich dazugelernt? - um einige Fragen
zu nennen.
Sie entscheiden selbst, welche Arbeitsergebnisse
sie in ihrer Portfolio-Mappe aufbewahren.

 

 Text und Fotos: C. Behrens
Fotos der 6 HR1: S. Buschbeck