Evangelische, staatlich anerkannte Privatschule des Rauhen Hauses.

Hier gibt es einen Überblick über die Theatervorstellungen der vergangenen Jahre

Mutabor! - Die 6g1 verwandelt das Wichern-Forum in eine orientalische Märchenwelt

Am 23.01.2017 führte die Klasse 6g1 unter der Leitung von Frau Kortendieck das Märchen “Kalif Storch” als Musical auf - gleich zweimal: Am Vormittag fand vor Schülern der Klassen 3 bis 5 die Generalprobe statt, der aber nichts zur vollwertigen Aufführung fehlte. Am Abend kamen dann Eltern, Großeltern, Freunde und eine interessierte Schulöffentlichkeit, um sich das bunte, ideenreiche Spektakel anzuschauen und anzuhören. In ihren farbenfrohen, oft orientalisch anmutenden Kostümen sangen und spielten die Kinder, dass es eine Freude war. Störche tanzten staksend über die Bühne, auf einem Bazar boten Händler ihre Ware feil. Es gab Schattentheater, Szenen, die im Publikum spielten, und auch die Licht- und Ton-Techniker waren wieder zur Unterstützung dabei und schöpften aus dem Vollen.

In dieser Aufführung, das sah man, steckte eine Menge Zeit und Arbeit. Für das Publikum wurde sie gerade deshalb zur Augen- und Ohrenweide, und für die Kinder der 6g1 sicherlich zu einer ganz besonderen, bereichernden und verbindenden Erfahrung.

Fahnenappell

"Wir sind ein Volk!"

Der Theaterkurs S3 des Kulturprofils unter der Leitung von Katrin Burgert hatte sich 26 Jahre und 20 Tage nach der Grenzöffnung für seine ambitionierte Eigenproduktion am 29. und 30. November die deutsch - deutsche Geschichte vorgenommen vom Bau bis zum Fall der Mauer. Dargestellt wurden die wichtigsten Ereignisse am Beispiel zweier Schwestern und deren Familien.

Ausgangs- und Endpunkt der Aufführung war die Grenzöffnung, bei der sich die beiden Schwestern zum ersten Mal, seit sie durch den Mauerbau in Berlin getrennt wurden, wiederbegegnen. Die Zeit davor wurde in Rückblenden erzählt: Die zögerlichen Überlegungen der Ost-Schwester, mit der Familie in den Westteil der Stadt zu ziehen, werden durch den unerwarteten Bau der Mauer durchkreuzt. Planwirtschaft, Junge Pioniere auf der einen Seite, Westpakete, Frauenemanzipation auf der anderen Seite.

Wurde anfänglich die Entwicklung der beiden Staaten parallel in pointierten Szenen dargestellt, verschob sich der Fokus im weiteren Verlauf und stellte die Ereignisse in der DDR in den Mittelpunkt. Die Bespitzelung durch die Stasi, die Einschränkung der Meinungsfreiheit, Ausreiseanträge, Republikflucht, all das wurde in kleinen Alltagsszenen verdeutlicht und schmerzhaft vorstellbar. Verhaftungen oder Diffamierungen von Jugendlichen unter anderem wegen Jeans, langer Haare und Rock'n'Roll, das durchorganisierte Erziehungsprogramm der Margot Honecker offenbarte sich, dargestellt von Jugendlichen im gleichen Alter, als erschreckend präsent, zumal die Szenen immer wieder mit Orginalzitaten aus Briefen an das Zentralkommitee der Partei angereichert wurden, in denen sich die Ohnmacht des Einzelnen gegenüber dem Apparat nur allzu deutlich ausdrückte.

Mit viel Einfallsreichtum und Einfühlungsvermögen ist es dem Kurs gelungen, die genau recherchierten Lebensbedingungen in der DDR nachvollziehbar und lebendig werden zu lassen. Die durch aneinandergeheftete Pappkartons stilisierte Mauer bot ein flexibles, im Hintergrund stets präsentes und wirkungsvolles Bühnenbild. Die Sorgfalt, mit der der Kurs seine Szenen erarbeitet hat, offenbarte sich auch in dem ausführlichen Programmheft, in dem die wesentlichen Stichworte umfassend und verständlich erläutert wurden: Geschichtsunterricht vom Feinsten.

Am Ende schließt sich der Kreis: Die mittlerweile gealterten Schwestern stehen sich wieder an der nun offenen Mauer gegenüber. "Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört", konstatierte Willy Brandt damals. Und der Zuschauer fragt sich unwillkürlich, ob das tatsächlich nach so langer Trennung möglich ist. Und wie steht es heute in Zeiten von Pegida mit dem Ausruf „Wir sind ein Volk“? Sind wir tatsächlich zusammengewachsen oder gibt es sie noch, die unsichtbare Grenze, die Deutschland gesellschaftlich und wirtschaftlich teilt?

Theater Klasse 9: ALADIN

Aladin ist ein Straßenjunge, der sich auf einem orientalischen Marktplatz herumtreibt und von einem Zauberer beauftragt wird, eine Wunderlampe zu finden. Dadurch wird Aladin reich und mächtig und es gelingt ihm sogar, die schöne Tochter des Sultans, Djamila, zu heiraten. Dieses orientalische Märchen führte der Theaterkurs Klasse 9 unter der Regie von Simon Seiffert auf. Die Zuschauer wurden dabei in eine Kulisse aus 1001 Nacht entführt, in der zauberhafte, farbenfrohe Kostüme und Bühnenbilder sowie musikalische Anklänge ferner Länder begeisterten. Besonders bemerkenswert waren jedoch die Textsicherheit und die offensichtliche Spielfreude der SchülerInnen, die sich erst seit diesem Schuljahr mit dem Theaterspielen befassen. Ein wunderbares Bühnendebüt, das Lust macht auf weitere (orientalische?) Märchen.

 

 

 

 

 

Ein gelungener Abschluss einer langen und erfolgreichen Karriere

Mit der Aufführung "Hamlet. Hamlet? Hamlet!" des S4-Kurses Theater verabschiedete sich Frau Niemeyer als Theaterlehrerin vom Gymnasium der Wichern-Schule. Hamlet - das bedeutet ein starkes Stück Arbeit auch für die Abiturienten. Tapfer haben sich die Schülerinnen und Schüler nicht nur durch den alten Shakespeare gekämpft, auch mit modernen Autoren wie John Updike, Ulla Hahn und Heiner Müller und deren Verständnis von Hamlet mussten sie sich auseinandersetzen.

Unter der Leitung von Frau Niemeyer und der Assistenz der Schülerin Katharina Kloiber hat der Theaterkurs diese Herausforderung glanzvoll gemeistert. Das Drama um den dänischen Thron wurde auf verschiedenste Weise in Szene gesetzt, durchaus auch mit hohem Anspruch an die körperliche Fitnesseinzelner Darsteller. Immerhin nahmen zwei Schüler professionellen Fechtunterricht, um sich als Hamlet und Laertes überzeugend zu duellieren und schließlich eindrucksvoll ihr Leben auszuhauchen. Sehr gelungen waren auch Auswahl und Einsatz vielfältiger Musikstücke, die die mit Bedacht gesetzten Bilder auf der Bühne wirkungsvoll unterstreichen konnten.

Wir danken für diesen und viele vorangegangene unterhaltsame Abende, die das Schulleben bereichert und stets neue, oft überraschende Akzente gesetzt haben.

 

 

Das Kulturprofil S2 präsentiert: Die Frauen von Stepford

Dienstag 26.4. und Mittwoch 27.4 um 19:00 Uhr im Wichern-Forum

Als die Karrierefrau Joanna Eberhard mit ihrem Mann Walter und den gemeinsamen Kindern nach Stepford zieht, staunt sie nicht schlecht: Eine Welt wie aus einem Bilderbuch. Die Frauen tragen perfekte Frisuren, putzen den ganzen Tag und treffen sich regelmäßig zum Frauen­Workout. Doch mit der Zeit erscheint Joanna die neue Umgebung immer seltsamer. Sie beginnt eine gefährliche Suche nach der Wahrheit. Was steckt hinter dem schönen Schein? Und wird sie es schaffen, sich und ihre Familie zu retten?

 

 

 

Nichts. Was im Leben wichtig ist

Ein Theaterstück frei nach dem Roman von Janne Teller,

präsentiert vom Theaterkurs S4 am 19. und 20. Januar um 19.00 Uhr im Wichern-Forum.

Eintritt 5,- €, ermäßigt 3,- €

„Nichts bedeutet etwas, deshalb lohnt es sich nicht, irgendetwas zu tun.“ Mit diesen Worten verlässt Pierre Anthon mitten im Unterricht die Schule und lässt eine ratlose Klasse mit ihrem Lehrer zurück. Auf dem Schulweg werden die Schüler von nun an ständig damit konfrontiert, dass Pierre Anthon, der sich im Nichtstun übt, all ihre Anstrengungen und bisherigen Lebensziele anzweifelt. Schließlich bildet sich eine Clique, die es sich zur Aufgabe macht, etwas zu finden, was sie Pierre Anthons Nihilismus entgegensetzen kann, etwas, was im Leben wichtig ist.

Eine Rezension der Aufführung