Evangelische, staatlich anerkannte Privatschule des Rauhen Hauses.

Das Konzept des Horts in der Wichern-Schule

1. Der Träger
Träger des Horts in der Wichernschule ist die Stiftung Das Rauhe Haus, die 1833 als "Rettungsanstalt für verwahrloste Kinder" von Johann Hinrich Wichern in Hamburg-Horn gegründet wurde und sich seitdem zu einem frei gemeinnützigen Träger diakonischer Kinder- und Jugendhilfe, Behindertenhilfe und Alten- und Sozialpsychiatrie weiter entwickelt hat.

2.Ausgangsituation
Die Kinder- und Jugendhilfeabteilung des Rauhen Hauses verfügt über eine lange Tradition der Betreuung und Förderung von Kindern und Jugendlichen. In den letzten Jahren bilden neben den Hilfen zur Erziehung Angebote der Kinder- und Jugendarbeit und der Familienförderung neue Schwerpunkte unserer Arbeit. Die Kooperation mit anderen Trägern wie Schulen und Kindertagesstätten spielt in diesem Zusammenhang eine große Rolle und ist als Arbeitsform weit entwickelt. Unsere Mitarbeiter verstehen sich auf die Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen und sind in der Lage, ihre eigene Arbeit in diese Systeme einzubinden. Seit vielen Jahren kooperieren wir beispielsweise mit der "Vereinigung Hamburger Kindertagesstätten". Wir entsenden Mitarbeiter in Kindertagesstätten dieses Trägers, um dort Kinder mit einem umfangreicheren Unterstützungsbedarf gezielt fördern und begleiten zu können.

Der geplante Hort bietet Professionalität und Verlässlichkeit seines pädagogischen Angebots. In enger Einbeziehung von Schule und Elternhaus soll in den Räumlichkeiten der Schule ein Ort entstehen, an dem die Kinder sich wohl fühlen. Die ganzheitliche Erziehungs- und Bildungsarbeit ermöglicht ihnen, sich hier von der Schule zu erholen und neue Impulse zu erhalten. Unterstützung bei der Erledigung der Hausaufgaben und Anregungen bei der Freizeitgestaltung sind wichtige Elemente der Hortarbeit. In der Alltagsarbeit werden vielseitige Wahrnehmungs- und Ausdrucksmöglichkeiten gefördert. Ein situations - und bedarfsgerechtes Angebot unterstützt die soziale und persönliche Entwicklung der Kinder.

3.Rahmenbedingungen
Die Hortgruppe sollte etwa 20 Kinder der 1. -6. Klassen der Wichernschule umfassen, mehr Kinder sind willkommen.

Betreuungszeiten sind von Montag bis Freitag je nach Unterrichtsdauer ab 13.00 - 16.00für drei Stunden.

Der Hort ist auch in den Schulferien geöffnet. Wir schließen lediglich drei Wochen in den Sommerferien und zwischen Weihnachten und Neujahr. Die Betreuungszeiten in den Ferien werden mit den Eltern abgestimmt.

Dem Hort steht innerhalb der Schule ein eigener Raum zur Verfügung, darüber hinaus können für die Erledigung der Hausaufgaben und besondere Angebote weitere Räume und das Außengelände der Schule mitgenutzt werden. Die Kinder erhalten ein ausgewogenes warmes Mittagessen in der Mensa des Rauhen Hauses, das den kindlichen Bedürfnissen entspricht.

Die Finanzierung erfolgt über das Kita-Gutscheinsystem. Kinder, die nur einen Gutschein für zwei Stunden erhalten, können von 13.00-15.00 betreut werden, individuelle Arrangements sind möglich. Gegebenfalls können Eltern bei Bedarf Stunden dazu kaufen.
4. Pädagogische Arbeit
4.1. Angebote
Die Hortzeit bietet folgende Möglichkeiten:
- Zeit und Gelegenheit zu Spiel und Bewegung
- Schulaufgaben zu erledigen
- Ausruhen (Entspannung) und Aktivierung (Anspannung)
- Ausreichend Freiraum für individuelle Lernprozesse
- Gezielte Förderung der Sozialkompetenz der Kinder, Hilfe bei Konfliktlösungen
- Vielfältige Anregungen zum Lesen, Musizieren, Malen
- Aneignung des Nahraums

4.2. Arbeitsmethoden
In dem geplanten Hort wird methodenintegrativ gearbeitet. Gruppenpädagogische Ansätze werden verbunden mit der individuellen Sichtweise auf das einzelne Kind, das in seiner persönlichen Entwicklung Anregung , Förderung und Unterstützung erfahren soll.

Handlungs leitend zur Gestaltung der Bildungsprozesse ist der Situationsansatz: die ErzieherInnen unterstützen die Kinder bei der Aufgabe, sich selbst aktiv ihre Welt anzueignen und dafür die erforderlichen Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse zu erwerben. Sie nehmen interessiert auf, was die Kinder wissen und erfahren wollen und gestalten Situationen und Aktivitäten, die den Anliegen der Kinder entsprechen. Sie fördern die Kompetenz der Kinder, sich Wissen anzueignen. Die Problemlösekompetenz der Kinder wird gestärkt und damit ihre Fähigkeit der Selbstbildung.

Nach einem Schulvormittag sind freie und angeleitete Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten an der frischen Luft und im Raum bedeutsam. Die Kinder werden unterstützt, ihr Körperbewußtsein zu erweitern und ihr natürliches Bewegungsbedürfnis befriedigen zu können. Sie schaffen damit die psychophysischen Voraussetzungen, um konzentriert Schulaufgaben zu erledigen.

Musizieren und künstlerisches Arbeiten zur Förderung der Entwicklung der Gesamtpersönlichkeit eines Kindes sind in den Alltag integriert.

4.3. Besondere Schwerpunkte

Der Unterstützung und Motivierung bei der Erledigung der Hausaufgaben und der zusätzlichen Förderung bei besonderen Schwierigkeiten im Lern/Leistungsbereich steht ausreichend Zeit zur Verfügung.

Die Hortmitarbeiter regen die Kinder an, ihre Wissens- und Kenntnisbereiche zu erweitern.
Naturwissenschaftliche Themen, Fragen der Umwelt und die Entwicklung von Medienkompetenz werden im Alltag aufgegriffen. Die Auseinandersetzung mit fremden Kulturkreisen wird aktiv gefördert.

Religiösen Fragen der Kinder wird entsprechend des evangelischen Profils der Wichernschule und der Kinder- und Jugendhilfeabteilung Zeit und Raum gegeben. Christliche und jahreszeitgemäße Feste werden in die Gestaltung des Alltags als verbindende Rituale aufgenommen.

Themen der Gesundheitsvorsorge werden im Alltag und in besonderen Projekten aufgegriffen. Regelmäßiges Zähneputzen ist Bestandteil des Hortalltags. Gesunde Ernährung und die Vermeidung von Fehlernährung werden in Projektform bearbeitet. Suchtprävention mit ihren vielfältigen Facetten und Themen( Missbrauch von Suchtstoffen, Alltagssüchte) ist Bestandteil der Hortarbeit.

Besonders in den Ferienzeiten können Projekte der ästhetischen Erziehung und Umweltbildung und Bewegung durchgeführt werden:
- die Kinder werden angeleitet, großflächig frei zu malen, mit Materialen wie Holz, Ton oder Gips gestalterisch umzugehen, um so ihre Ausdrucksmöglichkeiten zu erweitern. Ausflüge in Kunstausstellungen bieten weitergehende Anregungen.
- Musik ist als Medium einerseits in den Alltag integriert andererseits können größere Projekte zu Themen wie z. B. Trommelbau und -Spiel durchgeführt werden.
- Die aktive Auseinandersetzung mit Umwelt und Natur wird durch verschiedene Projekte und Ausflüge gefördert. Naturverständnis, Liebe zu Lebewesen und ein Bewusstsein für den schonenden und rücksichtsvollen Umgang mit natürlichen Lebensgrundlagen werden so weiterentwickelt
- Psychomotorische Angebote sind den Wünschen und Neigungen der Kinder entsprechend geplant.

5. Mitwirkung der Kinder
Notwendige Regeln für ein gemeinsames Miteinander werden mit den Kindern erarbeitet. In einer wöchentlichen Gruppenbesprechung werden diese Regeln überprüft. Gemeinsam wird hier über Aktivitäten, kleine Anschaffungen und Konflikte im Alltag beraten. Gewaltfreie Lösungsformen und gegenseitiger Respekt werden auf diese Weise eingeübt und ihre Umsetzung im Alltag beachtet.

6.Personal
6.1. Ausstattung und Einbindung
Die Hortbetreuung wird entsprechend dem Stellenschlüssel Hort von erfahrenen ErzieherInnen durchgeführt. Als MitarbeiterInnen des Rauhen Hauses werden sie durch diese Institution unterstützt und in ihrer Arbeit begleitet. In regelmäßigen Besprechungen wird die Arbeit reflektiert und weiterentwickelt. Zusätzlich werden die fest angestellten Mitarbeiter durch freiberufliche Kräfte für spezielle Aufgaben unterstützt. Die Mitarbeit von Ehrenamtlich Tätigen ist erwünscht und wird gefördert, um auf diese Weise das Angebot zu bereichern. Das Team des Horts ist organisatorisch an das Regionalteam Mitte der Kinder- und Jugendhilfeabteilung angebunden, das im Bezirk Mitte eine breite Palette von Angeboten der Kinder- und Jugendhilfe durchführt.

6.2. Qualitätssicherung
Als Mitgliedseinrichtung im Diakonischen Werk werden wir ein Qualitätssystem nach dem Bundesrahmenhandbuch " Qualitätsmanagement für evangelische Kindertageseinrichtungen" installieren (entspricht DIN ISO 9000:2000). Die Mitarbeitenden nutzen die vom Diakonischen Werk angebotenen Fortbildungen zur IQUE - Methode.
Regelmäßig werden Eltern und Kinder befragt, ob sie mit dem Angebot zufrieden sind. Die Konzeption wird regelmäßig überprüft und weiterentwickelt.

7. Zusammenarbeit mit der Schule
Der Hort versteht sich als Partner der Schule, ein enger Austausch mit den dort tätigen Lehrkräften ist deshalb wünschenswert. Projekte und Aktivitäten der Schule (bspw. Schulfeste) können durch Hortmitarbeiter aufgegriffen werden und erfahren so neue Impulse.
Die Schule benennt einen festen Partner als Kooperationsbeauftragten


8. Zusammenarbeit mit Eltern
Eltern und die Fachkräfte des Horts arbeiten in einer Erziehungspartnerschaft zusammen. Unter Berücksichtigung der vorrangigen Erziehungsverantwortung der Eltern ist es unser Anliegen, eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Eltern aufzubauen. Auf Elternabenden informieren wir die Eltern regelmäßig über Ziele und Inhalte unserer Arbeit. Die Beteiligung von Eltern an der Weiterentwicklung des Konzepts ist erwünscht und wird gefördert.

18.05.05K.Haider-Lorentz