Kinderbischöfe 2005/2006:
Lernen mit Leib und Seele
Lernen mit Leib und Seele
Worum es geht:
Deutschland ist geschockt: im internationalen Vergleich (Pisa) belegen deutsche Schüler beim Lesen und Schreiben nur einen der hinteren Plätze. Getestet wurden jedoch nur die geistigen Fähigkeiten.
Noch größer wäre wohl der Schock, wenn bei einer Studie über die körperlich-motorischen Fähigkeiten herauskäme, dass auch hier unsere Kinder auf den hinteren Rängen landen.
Und das in einer Zeit, in welcher der Körper Hochkonjunktur zu haben scheint. Sportliche Bewegung ist überall angesagt: Das Abonnement im Fitness-Studio, die Mitgliedschaft im Sportverein oder der Besuch des Wellness-Centers sind für viele Erwachsene zum selbstverständlichen Bestandteil des Alltags geworden. Wir sind ein Volk der Walker und Jogger geworden, der Stepper und Trimmer ...
Wenn da nur nicht die Kinder wären.
Die sitzen in erster Linie, anstatt sich zu bewegen. Selbst den schönsten Sommertag verbringen Kinder immer häufiger in der Wohnung, vor dem Fernseher, dem PC, der Playstation oder dem Videogerät. Das Spielen im Freien - für die Generation der Erwachsenen noch Ausdruck von Freiheit und Gelegenheit zum unbeaufsichtigten Tun - hat eine harte Konkurrenz bekommen. Drinnen lockt der Fernseh-Genuss ohne Anstrengung, die Unterhaltung, die andere aufbereitet haben. Die Welt kommt ins Haus, man muss sich nicht mehr zu ihr begeben.
Die Folgen lassen nicht auf sich warten: So haben sich die motorischen Leistungen der Kinder in den vergangenen Jahren tatsächlich verschlechtert, zum Teil sogar drastisch. Grundlegende Fertigkeiten sind heute nicht mehr selbstverständlich: Einen Ball auffangen, eine Treppe schnell hinaufsteigen und wieder hinunterspringen, rückwärts laufen, auf einen Baum klettern, balancieren etc. Das ist für viele Kinder heute nicht mehr so einfach und einige haben schon Schwierigkeiten, sich im Raum zu orientieren, wenn sie in einer Gruppe durcheinanderlaufen.
Diese Entwicklung wird durch die Schule gefördert. Das Lernen ist mit Sitzen verbunden. War früher aber wenigstens der Nachmittag von bewegungsreichem Spiel gekennzeichnet, so dauert heute der Schultag an immer mehr Tagen bis 16.00. Zu Hause wird dann oft zur Entspannung der Fernseher eingeschaltet, danach geht es an den Computer und anschließend müssen die Hausaufgaben erledigt werden. Alles im Sitzen!
Dem Sitzen am Vormittag folgt also das Sitzen am Nachmittag, die Sinne werden aufs Sehen und Hören beschränkt, der Körper wird stillgelegt und seiner grundlegendsten Funktion beraubt: der Bewegung. Die Bewegung ist für Kinder ein ureigenes Bedürfnis, sie ist jedoch in Gefahr, von den Errungenschaften der Technisierung (Computer etc.) wie von deren schädlichen Folgen verdrängt zu werden: In Hamburg gibt es 200.000 Kinder, aber 800.000 Autos!
Die Konsequenzen sind deutlich: Bewegungsmangel ist zu einer Zivilisationskrankheit geworden, bei Kindern mit schlimmen Folgen für die körperliche Entwicklung. Denn die Zahl der übergewichtigen Schulanfänger hat sich im Laufe der letzten 10 Jahre verdoppelt: jedes fünfte Kind ist übergewichtig - mit allen emotionalen und sozialen Konsequenzen.
Noch dramatischer sind die Folgen für die geistige Entwicklung. Die Erkenntnisse der aktuellen Lern- und Hirnforschung beweisen diese Zusammenhänge. Bei der Geburt verfügt der Mensch über mehr als einhundert Milliarden Nervenzellen, die jedoch erst funktionsfähig sind, wenn sie miteinander verknüpft worden sind. In der frühen Kindheit werden durch die Sinnestätigkeit und die körperliche Aktivität Reize geschaffen – die diese Verknüpfungen, die Synapsenbildungen, unterstützen.
Die Verbindungen zwischen den Nervenzellen werden komplexer, je mehr Reize durch Sinnesorgane zum Gehirn gelangen. Je mehr ein Kind angeregt wird, sich zu bewegen, zu fühlen, zu spielen, zu singen, zu musizieren, zu schmecken etc., desto aufnahmefähiger wird das Gehirn. Die Nervenzellen müssen aktiviert werden, um richtig miteinander verschaltet werden zu können. Dies gilt dann auch für Menschen jeden Alters: Der Abbau der Vernetzungen wird verhindert durch Bewegung, durch körperliche Aktivität.
Deshalb dürfen Bewegen und Lernen in der Schule nicht als Gegensatz betrachtet werden. Leider kommt den nicht rein kognitiven Fächern (Sport, Musik, Kunst, Orchester, Chor, Theater, Werken, NTU, Kochen) jedoch nur eine geringe Aufmerksamkeit zu. Als „Orchideen-Fächer“ verspottet sind sie nur Nebenfächer. Insbesondere der Sport böte neben vielen anderen Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten Ausgleich zum stundenlangen Sitzen, ob am Computer oder im Klassenzimmer. Denn beim Sitzen und Lernen entsteht, hormonell bedingt, ein verstärkter Bewegungsdrang: So wäre zumindest nach jeder Klassenarbeit eine Runde Rennen auf dem Schulhof keine schlechte Idee.
Doch solche Bewegungs-Ideen fehlen bei den Konsequenzen, die aus den Ergebnissen der Pisa-Studie gezogen werden. Stattdessen betreibt man die Vorverlagerung schulischer Inhalte in den Kindergarten, unterrichtet Englisch in der Grundschule, in allen Klassenstufen regiert die Standardisierung von Leistungen, Schulzeitverkürzung und Ganztagsschule sollen die Probleme lösen.
Wenn dieser eingeschlagene Weg nicht in einem Desaster enden soll, darf er den Körper der Kinder nicht als Gegenspieler betrachten, sondern er muss ihn als Verbündeten gewinnen. Der Bewegungsdrang darf nicht unterdrückt, sondern muss konstruktiv genutzt werden – so macht Lernen Spaß und hält Leib und Seele fit. Die Kultur des Körpers darf nicht in Konkurrenz zur Kultur des Geistes stehen. Beides miteinander zu verbinden ist daher das Ziel unserer kommenden Kinderbischofs-Aktion. Wir möchten, dass alle Sinne in den Schulalltag eingeführt werden.
Daher fordern wir, dass die körperliche Bewegung über den Sportunterricht hinaus in die Pausen („Bewegte Pause“) und den Fachunterricht (z.B. „Energizer“) besser integriert wird. Wir möchten außerdem, dass die musischen Fächer (Musik, Kunst, Chor, Orchester, Tanz, Theater) und die handlungsorientierten Fächer (Werken, NTU) eine stärkere Wertschätzung erfahren. Wir möchten, dass Eltern, Lehrer und das Cafeteria-Team auf eine bewegungsfreundliche Ernährung achten. Wir wollen, dass Klassenräume, Flure und Schulhöfe bewegungsfreundlich verbessert werden. Und wir werden uns in Hamburg und an unserer Wichern-Schule umschauen, wo in diesem Sinne schon viel erreicht worden ist. Das alles ist nicht neu!
Schon Paul Gerhard (1653) wusste:
Deutschland ist geschockt: im internationalen Vergleich (Pisa) belegen deutsche Schüler beim Lesen und Schreiben nur einen der hinteren Plätze. Getestet wurden jedoch nur die geistigen Fähigkeiten.
Noch größer wäre wohl der Schock, wenn bei einer Studie über die körperlich-motorischen Fähigkeiten herauskäme, dass auch hier unsere Kinder auf den hinteren Rängen landen.
Und das in einer Zeit, in welcher der Körper Hochkonjunktur zu haben scheint. Sportliche Bewegung ist überall angesagt: Das Abonnement im Fitness-Studio, die Mitgliedschaft im Sportverein oder der Besuch des Wellness-Centers sind für viele Erwachsene zum selbstverständlichen Bestandteil des Alltags geworden. Wir sind ein Volk der Walker und Jogger geworden, der Stepper und Trimmer ...
Wenn da nur nicht die Kinder wären.
Die sitzen in erster Linie, anstatt sich zu bewegen. Selbst den schönsten Sommertag verbringen Kinder immer häufiger in der Wohnung, vor dem Fernseher, dem PC, der Playstation oder dem Videogerät. Das Spielen im Freien - für die Generation der Erwachsenen noch Ausdruck von Freiheit und Gelegenheit zum unbeaufsichtigten Tun - hat eine harte Konkurrenz bekommen. Drinnen lockt der Fernseh-Genuss ohne Anstrengung, die Unterhaltung, die andere aufbereitet haben. Die Welt kommt ins Haus, man muss sich nicht mehr zu ihr begeben.
Die Folgen lassen nicht auf sich warten: So haben sich die motorischen Leistungen der Kinder in den vergangenen Jahren tatsächlich verschlechtert, zum Teil sogar drastisch. Grundlegende Fertigkeiten sind heute nicht mehr selbstverständlich: Einen Ball auffangen, eine Treppe schnell hinaufsteigen und wieder hinunterspringen, rückwärts laufen, auf einen Baum klettern, balancieren etc. Das ist für viele Kinder heute nicht mehr so einfach und einige haben schon Schwierigkeiten, sich im Raum zu orientieren, wenn sie in einer Gruppe durcheinanderlaufen.
Diese Entwicklung wird durch die Schule gefördert. Das Lernen ist mit Sitzen verbunden. War früher aber wenigstens der Nachmittag von bewegungsreichem Spiel gekennzeichnet, so dauert heute der Schultag an immer mehr Tagen bis 16.00. Zu Hause wird dann oft zur Entspannung der Fernseher eingeschaltet, danach geht es an den Computer und anschließend müssen die Hausaufgaben erledigt werden. Alles im Sitzen!
Dem Sitzen am Vormittag folgt also das Sitzen am Nachmittag, die Sinne werden aufs Sehen und Hören beschränkt, der Körper wird stillgelegt und seiner grundlegendsten Funktion beraubt: der Bewegung. Die Bewegung ist für Kinder ein ureigenes Bedürfnis, sie ist jedoch in Gefahr, von den Errungenschaften der Technisierung (Computer etc.) wie von deren schädlichen Folgen verdrängt zu werden: In Hamburg gibt es 200.000 Kinder, aber 800.000 Autos!
Die Konsequenzen sind deutlich: Bewegungsmangel ist zu einer Zivilisationskrankheit geworden, bei Kindern mit schlimmen Folgen für die körperliche Entwicklung. Denn die Zahl der übergewichtigen Schulanfänger hat sich im Laufe der letzten 10 Jahre verdoppelt: jedes fünfte Kind ist übergewichtig - mit allen emotionalen und sozialen Konsequenzen.
Noch dramatischer sind die Folgen für die geistige Entwicklung. Die Erkenntnisse der aktuellen Lern- und Hirnforschung beweisen diese Zusammenhänge. Bei der Geburt verfügt der Mensch über mehr als einhundert Milliarden Nervenzellen, die jedoch erst funktionsfähig sind, wenn sie miteinander verknüpft worden sind. In der frühen Kindheit werden durch die Sinnestätigkeit und die körperliche Aktivität Reize geschaffen – die diese Verknüpfungen, die Synapsenbildungen, unterstützen.
Die Verbindungen zwischen den Nervenzellen werden komplexer, je mehr Reize durch Sinnesorgane zum Gehirn gelangen. Je mehr ein Kind angeregt wird, sich zu bewegen, zu fühlen, zu spielen, zu singen, zu musizieren, zu schmecken etc., desto aufnahmefähiger wird das Gehirn. Die Nervenzellen müssen aktiviert werden, um richtig miteinander verschaltet werden zu können. Dies gilt dann auch für Menschen jeden Alters: Der Abbau der Vernetzungen wird verhindert durch Bewegung, durch körperliche Aktivität.
Deshalb dürfen Bewegen und Lernen in der Schule nicht als Gegensatz betrachtet werden. Leider kommt den nicht rein kognitiven Fächern (Sport, Musik, Kunst, Orchester, Chor, Theater, Werken, NTU, Kochen) jedoch nur eine geringe Aufmerksamkeit zu. Als „Orchideen-Fächer“ verspottet sind sie nur Nebenfächer. Insbesondere der Sport böte neben vielen anderen Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten Ausgleich zum stundenlangen Sitzen, ob am Computer oder im Klassenzimmer. Denn beim Sitzen und Lernen entsteht, hormonell bedingt, ein verstärkter Bewegungsdrang: So wäre zumindest nach jeder Klassenarbeit eine Runde Rennen auf dem Schulhof keine schlechte Idee.
Doch solche Bewegungs-Ideen fehlen bei den Konsequenzen, die aus den Ergebnissen der Pisa-Studie gezogen werden. Stattdessen betreibt man die Vorverlagerung schulischer Inhalte in den Kindergarten, unterrichtet Englisch in der Grundschule, in allen Klassenstufen regiert die Standardisierung von Leistungen, Schulzeitverkürzung und Ganztagsschule sollen die Probleme lösen.
Wenn dieser eingeschlagene Weg nicht in einem Desaster enden soll, darf er den Körper der Kinder nicht als Gegenspieler betrachten, sondern er muss ihn als Verbündeten gewinnen. Der Bewegungsdrang darf nicht unterdrückt, sondern muss konstruktiv genutzt werden – so macht Lernen Spaß und hält Leib und Seele fit. Die Kultur des Körpers darf nicht in Konkurrenz zur Kultur des Geistes stehen. Beides miteinander zu verbinden ist daher das Ziel unserer kommenden Kinderbischofs-Aktion. Wir möchten, dass alle Sinne in den Schulalltag eingeführt werden.
Daher fordern wir, dass die körperliche Bewegung über den Sportunterricht hinaus in die Pausen („Bewegte Pause“) und den Fachunterricht (z.B. „Energizer“) besser integriert wird. Wir möchten außerdem, dass die musischen Fächer (Musik, Kunst, Chor, Orchester, Tanz, Theater) und die handlungsorientierten Fächer (Werken, NTU) eine stärkere Wertschätzung erfahren. Wir möchten, dass Eltern, Lehrer und das Cafeteria-Team auf eine bewegungsfreundliche Ernährung achten. Wir wollen, dass Klassenräume, Flure und Schulhöfe bewegungsfreundlich verbessert werden. Und wir werden uns in Hamburg und an unserer Wichern-Schule umschauen, wo in diesem Sinne schon viel erreicht worden ist. Das alles ist nicht neu!
Schon Paul Gerhard (1653) wusste:
Dass unsere Sinnen
wir noch brauchen können
und Händ´ und Füße, Zung´ und Lippen regen
Das haben wir zu danken seinem Segen. Lobet den Herren
Dieser Aufsatz basiert auf einem Vortrag von Prof. Dr. Renate Zimmer (Uni Osnabrück) 20.03.2002 „Bildung im Rückwärtsgang ?- Pädagogik nach Pisa“
Viktor Rengstorf, Juli 2004


Halbzeit in der Amtszeit der Kinderbischöfe
Am 6. Juni 2006 war: Halbzeit in der Amtszeit der Kinderbischöfe 2005/06 !
Was ist seit der Einführung der Kinderbischöfe am 06.12.2005 geschehen?
01) Die Kibis haben in der Schule für Körperbehinderte am Tegelweg gelernt, was es für Behinderte heißt „mit Leib und Seele“ zu lernen. Sie können das auf das eigene Lernen übertragen: ohne die Einbeziehung des gesamten Körpers und aller Sinne springt der „Lern-Motor“ gar nicht an. Das haben uns Mehrfach-Schwerstbehinderte gezeigt.
02) In mehreren Aktionen haben die Kibis mit ihren Mitschülerinnen und Mitschülern versucht, die Eltern davon abzubringen, ihre Kinder mit dem Auto zur Schule zu bringen. Der Aktionstag „Fuß zur Schule“ ist inzwischen fester Bestandteil des Schulprogramms der Wichern-Schule.
03) Bei ihren Besuchen in mehreren Schulen haben die Kibis erkundet, wie bewegungsfreundliche Pausen gestaltet werden könnten. Sie kennen sich aus mit der „Bewegungsbaustelle“, sie holten sich an Anregungen bei „Rabatzz“ und sie lernten die Vorteile der “Abenteuerwege“ kennen.. Sie beobachten gegenwärtig an ihrer eigenen Schule, wie schwierig es ist, Forderungen und Verbesserungsvorschläge in die Tat umzusetzen. Nach einem halben Jahr stellen sie jedoch fest, dass sich auf allen drei Pausenhöfen der Wichern-Schule etwas tut.
04) Die gesunde Ernährung rückt immer mehr ins Bewusstsein der Öffentlichkeit. Auch hier gibt es große Schwierigkeiten zu überwinden. Doch die Kibis haben mit ihren Forderungen dazu beigetragen, dass die gesunde Ernährung an unserer Schule keine Nische für Öko-Freaks mehr ist, sondern fest im Unterricht verankert ist. Vor der Cafeteria kann man sich inzwischen gemütlich zum Essen hinsetzen und die Schulleitung bemüht sich darum, die Angebote von Cafeteria uns Mensa aufeinander abzustimmen.
Damit haben die Kinderbischöfe viel erreicht, worauf sie und natürlich auch alle an der Aktion im weitesten Sinne Beteiligten stolz sein können. Was bleibt noch zu tun?
26.06.2006 Besuch beim Hamburger Turnerclub 1816: Bewegung im Sportverein.
29.06.2006 Gesunde Ernährung beim Hamburger Kinderschutzbund
21.08.2006 Begrüßung der 5. Klassen. Thema: „Zu Fuß zur Schule“ und „Bewegte Pause“
31.08.2006 Präsentation ihrer Ergebnis vordem „Ständigen Kinderbischofs-Ausschuss“
08.09 2006 -10.09. 2006: Größtes Stadt- und Kulturfest in Horn
22.09.2006 Gottesdienst und Demonstration „Zu Fuß zur Schule“.
09.10.2006 – 13.09.2006 Bewegungsorientierte Klassenreise „Outward Bound“ Kröchlendorff
31.10.2006 Auftritt am Reformationstag: Was kann man ändern?
22.11.2006 Auftritt am Buß- und Bettag
04.12.2006 Der Ur-Adventskranz im Rauhen Haus.
06.12.2006 Verabschiedung der Kinderbischöfe
V. Rengstorf
Am 6. Juni 2006 war: Halbzeit in der Amtszeit der Kinderbischöfe 2005/06 !
Was ist seit der Einführung der Kinderbischöfe am 06.12.2005 geschehen?
01) Die Kibis haben in der Schule für Körperbehinderte am Tegelweg gelernt, was es für Behinderte heißt „mit Leib und Seele“ zu lernen. Sie können das auf das eigene Lernen übertragen: ohne die Einbeziehung des gesamten Körpers und aller Sinne springt der „Lern-Motor“ gar nicht an. Das haben uns Mehrfach-Schwerstbehinderte gezeigt.
02) In mehreren Aktionen haben die Kibis mit ihren Mitschülerinnen und Mitschülern versucht, die Eltern davon abzubringen, ihre Kinder mit dem Auto zur Schule zu bringen. Der Aktionstag „Fuß zur Schule“ ist inzwischen fester Bestandteil des Schulprogramms der Wichern-Schule.
03) Bei ihren Besuchen in mehreren Schulen haben die Kibis erkundet, wie bewegungsfreundliche Pausen gestaltet werden könnten. Sie kennen sich aus mit der „Bewegungsbaustelle“, sie holten sich an Anregungen bei „Rabatzz“ und sie lernten die Vorteile der “Abenteuerwege“ kennen.. Sie beobachten gegenwärtig an ihrer eigenen Schule, wie schwierig es ist, Forderungen und Verbesserungsvorschläge in die Tat umzusetzen. Nach einem halben Jahr stellen sie jedoch fest, dass sich auf allen drei Pausenhöfen der Wichern-Schule etwas tut.
04) Die gesunde Ernährung rückt immer mehr ins Bewusstsein der Öffentlichkeit. Auch hier gibt es große Schwierigkeiten zu überwinden. Doch die Kibis haben mit ihren Forderungen dazu beigetragen, dass die gesunde Ernährung an unserer Schule keine Nische für Öko-Freaks mehr ist, sondern fest im Unterricht verankert ist. Vor der Cafeteria kann man sich inzwischen gemütlich zum Essen hinsetzen und die Schulleitung bemüht sich darum, die Angebote von Cafeteria uns Mensa aufeinander abzustimmen.
Damit haben die Kinderbischöfe viel erreicht, worauf sie und natürlich auch alle an der Aktion im weitesten Sinne Beteiligten stolz sein können. Was bleibt noch zu tun?
26.06.2006 Besuch beim Hamburger Turnerclub 1816: Bewegung im Sportverein.
29.06.2006 Gesunde Ernährung beim Hamburger Kinderschutzbund
21.08.2006 Begrüßung der 5. Klassen. Thema: „Zu Fuß zur Schule“ und „Bewegte Pause“
31.08.2006 Präsentation ihrer Ergebnis vordem „Ständigen Kinderbischofs-Ausschuss“
08.09 2006 -10.09. 2006: Größtes Stadt- und Kulturfest in Horn
22.09.2006 Gottesdienst und Demonstration „Zu Fuß zur Schule“.
09.10.2006 – 13.09.2006 Bewegungsorientierte Klassenreise „Outward Bound“ Kröchlendorff
31.10.2006 Auftritt am Reformationstag: Was kann man ändern?
22.11.2006 Auftritt am Buß- und Bettag
04.12.2006 Der Ur-Adventskranz im Rauhen Haus.
06.12.2006 Verabschiedung der Kinderbischöfe
V. Rengstorf
