Evangelische, staatlich anerkannte Privatschule des Rauhen Hauses.

Unser Müll und die Stadt

Das schützt! Helm, Brille und Nasezuhalten
Panoramablick auf die Hamburger Innenstadt
Der metertiefe Müllbunker
Der Kran fasst etliche Kubikmeter
Blick ins Müllinferno
Alle Vorgänge werden an Monitoren überwacht
Der Schlackeberg ist etwa 30 m hoch

In Hamburg wird getrennt, gesammelt und wiederverwertet. Der Restmüll – das sind alle Abfälle, die in der grauen Tonne landen –  wird verbrannt. 481 000 Tonnen im Jahr. Dabei wird die Müllmenge deutlich reduziert und relativ schadstoffarm Energie gewonnen. Restmüll hat etwa den Brennwert von Braunkohle. Bis vor kurzem war der Energiekonzern Vattenfall an dem Geschäft beteiligt. Jetzt hat die Stadtreinigung Hamburg den Job ganz übernommen und betreibt die Müllverbrennungsanlage in der Borsigstraße (Billwerder). Die Mitbestimmer waren vor Ort und haben sich die Anlage erklären lassen.

Als erstes haben wir uns mit Herrn Hauzinski getroffen. Er hatte eine Präsentation vorbereitet und er hat uns eine Stunde lang alles über die Müllverbrennungsanlage erzählt. (Amelie). Dann durften wir Fragen stellen und wir haben ausgiebig über die Umweltgefährdung durch die MVA geredet. Es sei die effektivste und umweltfreundlichste Methode Müll zu verwerten, meinte Herr Hauzinski, der sich selbst, logisch, als ‚überzeugten Müllverbrenner’ bezeichnet. (Bastian) Bevor wir losgingen, mussten wir Schutzhelme und Schutzbrillen aufsetzen. Das ist Vorschrift! Wir sind in eine riesige Halle gegangen, wo die Müllwagen, den ganzen Restmüll an verschiedenen Anfahrtstellen in den Müllbunker kippen. Es hat extrem gestunken! (Amelie)

Durch die Tore konnten wir in das riesige Becken schauen, in dem ein Kran den Müll ordentlich durchwühlte. Danach sind wir ungefähr 5 Minuten die Treppen hoch aufs Dach gestiegen. Dort war es am schönsten, weil man die beste Sicht auf Hamburg hat. Man kann ganz Hamburg sehen. Es war unglaublich schön (Priscilla). Aus den Schornsteinen steigt durchgehend weißer Rauch auf. Anfangs hatte ich Bedenken, dass dieser Rauch gesundheitsschädlich sei, bis sich herausstellte, dass es nur Wasserdampf ist. Das ganze Dach war nass, wie nach einem Regen (Bastian).

Danach haben wir uns von Stockwerk zu Stockwerk heruntergearbeitet, über Gittertreppen und –roste, vorbei an endlosen Kilometern von Rohren. In der Krankanzel konnten wir zusehen, wie der Müll zur optimalen Verbrennung sortiert und mit dem Greifer in den Schacht geworfen wird. Der Greifer war gigantisch (Marvin)! Wir waren beim Ofen. Durch ein Spezialglas konnten wir sehen, wie der Müll dort verbrennt. (Amelie)

Anschließend waren wir im Kesselraum, in dem eine riesige Turbine Strom erzeugt. Dort war es sehr laut. (Marvin) Danach waren wir im Kontrollraum. Dort überwachen die Mitarbeiter den Betrieb des Kraftwerks an Bildschirmen. Sie achten genau darauf, dass nichts schiefgeht (Felix).

Schließlich haben wir in einer großen Halle den 30 Meter hohen Schlackeberg angeschaut. Das ist sehr staubig und von einem Laufband fallen die aussortierten Metallsachen herunter (Lea und Jamie).

Als wir am Anfang eine Stunde etwas erzählt bekamen, dachte ich, dass es langweilig wird. Aber am Ende war es sehr interessant. Ich habe erfahren, wie alles funktioniert und wie der Alltag für die Menschen, die dort arbeiten, aussieht. Es sieht anstrengend aus und es muss schwer sein, sich an den Geruch vom Müll zu gewöhnen. Es war ganz toll! (Dilara)“

Täglich fallen etwa 1320 Tonnen Restmüll in Hamburg an. Die werden in den MVA verbrannt. Auch das ist Müllverwertung, denn dort wird Energie erzeugt, die wir als Strom und Fernwärme geliefert bekommen. Aber alles, was zu Asche verbrannt wird, fällt aus den Wertstoffkreisläufen. Kostbare Ressourcen, die auf der ganzen Welt mit viel Arbeit abgebaut und gewonnen wurden, gehen für immer verloren. Die Schlacke ist giftig und wird in riesigen Säcken abtransportiert und in verlassene Schächte von Salzbergewerken gestopft. Das stabilisiert, sagt Herr Hauzinski, und schließlich müsse die Stadtreinigung das entsorgen, was wir Hamburger wegwerfen. Und: das beste Müllkonzept sei immer noch Müllvermeidung. Recht hat er! Wir waren wirklich sehr beeindruckt.

Bei der anschließenden Besprechung  in der Schule haben wir uns überlegt, dass Reparieren ein Weg der Müllvermeidung ist. Die Mitbestimmer wollen ein Repair-Café gründen. Dort werden kaputte Gebrauchsgegenstände instandgesetzt. Sie landen nicht im Müll. Und nicht nur das: Wir zeigen auch, wie’s geht. Denn: „Wenn du es nicht reparieren kannst, dann gehört es dir nicht“, sagen schlaue Köpfe der Repair-Initiativen. Dann hast du es nur gekauft, um es wegzuschmeißen. Und das geht gar nicht, finden die Mitbestimmer.