Evangelische, staatlich anerkannte Privatschule des Rauhen Hauses.

Günther Lucks im Gespräch mit den 10. Klassen

Zeitzeugenbesuch in den 10. Klassen der Stadtteilschule

 

Günter Lucks hat den Zweiten Weltkrieg und die Kriegsgefangenschaft in der ehemaligen Sowjetunion (heute Russland) miterlebt. Im Rahmen des Epocheunterrichts kam der Zeitzeuge in unsere Klasse und erzählte von den zum Teil furchtbaren und dramatischen Ereignissen.

Als Sohn kommunistischer Eltern war es ihm im „Dritten Reich“ zunächst nicht erlaubt dem Jungvolk beizutreten. Wenig später war es jedoch Pflicht, worüber er sich damals freute.

Mit 14 Jahren verlor Günter Lucks seinen älteren Bruder im Feuersturm während der Bombenangriffe auf Hamburg. Er musste harte Zeiten durchstehen, da seine Eltern in Tschechien lebten, kam er vorübergehend im Keller eines zerbombten Wohnhauses unter. Mit 16, also in unserem Alter, meldete er sich freiwillig für den Fronteinsatz und kam in ein „Reichsausbildungslager“. Ohne seine Einwilligung wurde er schließlich in die Waffen-SS gesteckt und musste in Hitlers „Elite-Armee“ dienen.

Schwer verletzt geriet Günter Lucks am Kriegsende in sowjetische Gefangenschaft. Er berichtete uns, dass er durch viele Lager geschickt wurde, bis er schließlich in Moskau ankam. Er musste auf einer Baustelle arbeiten und lernte die Russin Walja kennen. Sie trafen sich heimlich am Bauzaun. Herr Lucks wollte in Moskau bleiben und seine erste große Liebe heiraten, aber er wurde verlegt und sah Walja nie wieder. 1950 konnte er nach Hamburg zurückkehren.

Günter Lucks will uns Schülern seine Erlebnisse mitteilen, damit wir erfahren, welche Grausamkeiten der Krieg mit sich bringt und wie wichtig Demokratie ist.

Simran und Michelle (10c)