Evangelische, staatlich anerkannte Privatschule des Rauhen Hauses.

 

„Was macht Ihr eigentlich in Shanghai?“

Hier endlich die Antwort:

Am Samstag geht es los! 27 Schüler und Schülerinnen des Schulorchesters der Wichern-Schule, Burkhard Matthes und Fanny Gräff fahren nach Shanghai. Seit gut einem Jahr laufen die Vorbereitungen, im letzten Sommer waren die Schüler und Schülerinnen unseres Schulorchesters bereits an einem Konzertprojekt in der Laeiszhalle beteiligt. Eine Anfrage aus China hatte die Wichern- Schule erreicht, ob wir nicht an einem Austausch mit unserem Schulorchester interessiert seien. Nach einer endlosen Flut von e-mails zwischen Burkhard und unserem Reisebegleiter und -vermittler „China Tours“ geriet das Projekt Anfang des Jahres dann noch einmal kurz ins Schwanken: die Gastschule sagte uns ab, die Flüge wurden immer teurer und die Zuschüsse der Stadt Hamburg immer geringer. Und dennoch: Anfang März waren die Flüge gebucht, der Zuschuss der Stadt, des Schulvereins und der Wichern-Schule standen fest und reichten aus, um die Fahrt zusammen mit den Beiträgen der Eltern zu finanzieren!

Um 12.15 Uhr am Samstag fliegen wir also – allesamt mit gültigen Visa in der Tasche - mit Aeroflot über Moskau nach Shanghai. Am Sonntagabend werden die Schüler und Schülerinnen dann ihre Gastfamilien kennenlernen und am Montag gibt es bereits die erste Probe mit dem Orchester in unserer Partnerschule.

Während der Woche werden Proben stattfinden, wir werden die Möglichkeit haben, den Unterricht der chinesischen Schule zu erleben und verschiedene Ausflüge zu den wichtigen Sehenswürdigkeiten und einigen Museen der Stadt Shanghai unternehmen. Am Mittwochabend steht dann das erste Konzert unseres Orchesters auf dem Programm.

Das Wochenende verbringen die Schüler und Schülerinnen mit ihren Gastfamilien und am Montagabend findet das große Abschlusskonzert gemeinsam mit dem Schulorchester der Partnerschule statt, umrahmt von einer Flaggenhissen-Zeremonie, einem Tee-Zeremonie-Kurs und einem gemeinsamen Abschlussfest.

In der gleichen Nacht sitzen wir dann auch schon wieder im Flugzeug nach Hamburg und landen hoffentlich alle wohlbehalten und voller neuer Eindrücke und Erlebnisse am Dienstagvormittag in Hamburg.

Das also machen wir in China. 

Vom Besuch des chinesischen Orchesters in Hamburg gibt es auch einige Videos:

Trailer von China-Inn 2016: Besuch der Chinesischen Partner in Hamburg mit Konzert

Blühender Yasmin

Die glorreichen Sieben

Shanghai am Tag...
... und in der Nacht

Tag 1 / 2

13. Mai bis 14. Mai 2017 Endlich Abflug nach Shanghai! 

Ob die Eltern eigentlich aufgeregter waren als die Schüler, das war am Samstag morgen am Hamburger Flughafen nicht ganz klar, aber auf alle Fälle waren wir betreuende Lehrer sehr nervös, ob alles klappen würde.  Zum Glück checkte aeroflot ohne zu murren die Instrumente als Handgepäck ein, alle Schüler standen mehr oder weniger pünktlich am Schalter, der Zoll stempelte bereitwillig Instrumentenpässe und sogenannte Nämlichkeitsnachweise  und um 12 Uhr saßen alle im Flugzeug nach Moskau! Ein kurzer Flug nach Moskau, Langweilige Stunden am Moskauer Flughafen, ein langer schlafloser Nachtflug nach Shanghai und dann endlich nach 17-stündiger Reise waren wir da! Müde und sehr aufgeregt standen die 26 Schüler und Schülerinnen am Sonntag Morgen um 9 Uhr (Hamburger Zeit 3 Uhr) auf dem Schulhof der Jincai Primary Experimental School und wurden von ihren Gastfamilien in Empfang genommen.  Und wir Lehrer waren erleichtert und dankbar, dass alles so gut geklappt hat und wir nach den langen Wochen der Vorbereitung nun tatsächlich mit dem Schulorchester der Wichern Schule sicher in China gelandet waren. 

Tag 3

15.Mai 2017

Nach nur einem halben Tag in Shanghai hatten unsere Schülerinnen und Schüler bereits einiges erlebt. Sie hatten ihre Gastfamilie kennen gelernt, eine Menge chinesisches Essen bekommen, teilweise schon einiges in der Stadt gesehen und nach der langen Reise endlich geschlafen. 

Alle Schülerinnen und Schüler hatten am ersten Morgen in der Schule viel zu erzählen. Und dann jagte an diesem Montagmorgen ein Programmpunkt den nächsten. Die Woche begann mit einem beeindruckenden Morgenappell der Schülerinnen und Schüler der Schule, an dem wir teilnehmen durften. Alle 3000 Schüler der Jincai Experimental Primary School versammelten sich in Reihen aufgestellt auf dem Sportplatz der Schule. Einige Schüler wurden geehrt, die chinesische Flagge gehisst, die Hymne gesungen und zuletzt gemeinsam zu lauter Musik aus dem Lautsprecher Morgengymnastik gemacht. Auch die Wichern Schüler wurden offiziell von der Schule als Gäste willkommen geheißen. 

Am Vormittag hatten sich unsere chinesischen Betreuerinnen ein ganz besonderes Spiel für die Schülerinnen und Schüler ausgedacht, um die Hemmschwelle abzubauen, mit den Chinesen in Kontakt zu treten ohne ihre Sprache zu können. In drei Gruppen aufgeteilt wurden die Schülerinnen und Schüler durch einen Park geschickt, um in einer halben Stunde möglichst viele Chinesen dazu zu bewegen, sich mit ihnen fotografieren zu lassen. Gewinnen sollte die Gruppe, die am meisten Chinesen mit sich auf ein Foto gebracht hat. Wie zum Beispiel dieses Ehepaar, dass in Shanghai seinen 35. Hochzeitstag feierte und sich sehr freute, umringt von den deutschen Jugendlichen fotografiert zu werden. 

Nach dem Mittagessen in der Schule wurden wir zu einer Aufführung eingeladen die anlässlich der Kulturwoche der Schule in der Aula stattfand. Verschiedene Tanzgruppen der Schule traten auf und zeigten beeindruckende Choreografien.
Und dann trafen wir auch noch mit chinesischen Schülern zu einer ersten gemeinsamen Orchesterprobe zusammen!

Die erste gemeinsame Probe
Schulaufführung
Morgenappell
Im Park

Tag 4

16. Mai 2017

Heute stand eine Stadtbesichtigung an, auf dem Programm standen der Jinmao Tower, der Bond, und die Altstadt. Erst blieben wir in dem Pudong Distrikt, das moderne Viertel östlich vom Huang-Pu, wo unsere Partnerschule liegt und fuhren mit einer eineinhalbstündigen Busfahrt in den modernen Finanzdistrikt, wo auch der Shanghai Tower steht, der mit ~630 m der zweithöchste Turm der Welt ist. Im benachbarten Jinmao Tower (etwa halb so groß wie der Shanghai Tower) wurden wir von einem Fahrstuhl mit 9m/s 88 Stockwerke in die Höhe befördert, von wo wir dann einen weitreichenden Blick über Shanghai genießen konnten.

Nach einer kurzen Pause im kleinen Einkaufzentrum des Towers, der als Hotel fungiert, ging es unter den Huang-Pu in die Altstadt. Von da war es ein kurzer Weg zum Bond (auch Bund), eine lange Uferpromenade mit einem wunderbaren Blick auf die Skyline des Finanzzentrum, mit zum Beispiel dem Pearl Oriental Tower, ein berühmter Fehrnseh- und Radioturm. Auf der flussabgewandten Seite sah man auch die großen Häuser im westlichen Stil, die die Engländer hier im Opiumkrieg, als sie Shanghai besetzten, gebaut hatten. Nach einem Spaziergang entlang des Bond gelangen wir schnell zurück in die wuselige Altstadt, wo wir erst in einem traditionellem Restaurant zu Mittag aßen. Danach konnten wir dann ein Glanzstück der chinesischen Gartenarchitektur, den Yu Garten, besichtigen.

Danach bleib noch eine knappe Dreiviertelstunde zum Bummeln durch die Gassen der Altstadt, ein echtes Erlebnis: von überall her bieten die Händler ihre Waren an, es herrscht ein Gedränge und alles sieht, naja, chinesisch aus, und zwar genau so, wie man es sich vorstellt: geschwungene, kunstvoll verzierte Dächer, Teehäuser, große Teiche mit Koi, Stände mit traditionsreicher und sehr detaillierter Kunst, etc. Möchte man etwas kaufen, etwa ein paar der erstaunlich großen Masse an gefälschten Beats-Kopfhörern, verhandelt man den Preis mit dem Verkäufer und verhandelt man nicht gerade, sprechen einen ständig Menschen an, die in der Straße herumstehen und Fidget Spinners, Uhren oder Minion-Drohnen verkaufen. Nachdem sich alle aus dem Gewusel herausgezwängt hatten, liefen wir auch schon wieder zum Bus und fuhren zurück zur Schule.

Tobias Otto

Marktstand
Herr Matthes und Tobias üben Hulu
Besuch des Wasserdorfes

Tag 5

17. Mai 2017

Heute war ein sehr aufregender und wichtiger Tag, denn der erste Auftritt des Wichern-Schulorchesters stand auf dem Programm.

Am Nachmittag sollten wir ein kleines Open Air Konzert auf einem Platz vor einer Shopping Mall unweit der Schule bestreiten.Zunächst einmal trafen wir uns aber alle morgens zu einer gemeinsamen Probe. Vormittags durften wir uns auch eine Musikstunde einer dritten Klasse ansehen, in der die Kinder auf traditionellen chinesischen flöten, so sogenannten Hulus, spielten. Die die Mischung aus Disziplin und Freude am Musizieren war für uns alle ein großes Erlebnis. Das chinesische Lied, das die Schüler in dieser Stunde lernten, blieb uns noch lange im Ohr. Einige Schüler und auch Herr Matthes kauften sich sogar eine Hulus und üben seitdem lautstark das Lied welches Sie an diesem Vormittag kennen lernten.

Am Nachmittag durften wir außerdem einer Teezeremonie in der Schule beiwohnen. Das Zubereiten von Tee nach traditioneller Art wird in der Grundschule in einer Art Wahlpflichtkurs unterrichtet. Die chinesischen Schülerinnen und Schüler präsentierten uns die traditionelle Art Tee zuzubereiten und zu servieren voller Stolz. In festlichen chinesischen Kleidern ließen sie uns an der Zeremonie teilhaben und verschiedene Teesorten probieren. 

Tag 6

18. Mai 2017

Nach nun bereits vier Tagen, die seit unserer Ankunft in Schanghai vergingen, schlich sich allmählich Art eine Zugehörigkeitsgefühl in den Familien bei uns ein. Obgleich es zu Anfang sprachliche Hürden zu überwinden galt, da die Englischkenntnisse der Chinesen oft beschränkt sind, so tun mittlerweile der Google Übersetzer oder Pantomime ihren Dienst. 

Nachdem wir uns am fünften Tag wie üblich am Haupteingang unserer Partnerschule trafen, fuhren wir mit dem Bus an den westlichen Rand der Provinz Schanghai, um dort die historische Stadt Zhujiajiao zu besichtigen. Hier traf venezianisches Flair auf chinesische Kultur. Eine willkommene Abwechslung zum hektischen Leben in einer 24 Millionen Einwohner Stadt. Die historischen Gebäude Zhujiajiaos erinnerten an den Stereotyp aus dem Disney-Film Mulan, und standen in starkem Kontrast zur omnipräsenten Hochhausbebauung in Schanghai.
Unser erster Programmpunkt in der sogenannten „Wasserstadt“ war eine Bootstour, die uns sowohl die Möglichkeit gab, einen besseren Eindruck des Ortes zu gewinnen als auch hübsche Schnappschüssen einzufangen.

Auf dem Weg zu unserem zweiten Programmpunkt - einem Tempelbesuch - konnten wir die verschiedenen Gassen mit ihren eher für Touristen angelegten Geschäften bestaunen; ein Souvenirladen folgte dem nächsten und es herrschte wildes Treiben.
Im Tempel war davon jedoch kaum noch etwas vernehmbar. Eine Art meditative Stille wurde nur von leisen Gesprächen übertönt. 
Nach dem Tempelbesuch, der uns noch weiter in die chinesische Kultur eintauchen ließ, folgten das Mittagessen und etwas Freizeit. 

Zu Mittag gab es - welch Wunder - Chinesisch. Während der Freizeit machten wir uns in kleineren Gruppen auf den Weg, um uns von den Menschenmassen zu allerlei unbekannten Geschäften treiben zu lassen. Man versuchte sich u.a. an traditionellen chinesischen Instrumenten. Man scheute auch nicht davor zurück, seinen ersten gebratenen Skorpion zu probieren, obwohl die Geschmäcker hier wahrscheinlich auseinandergingen.
Alsbald wir uns auf dem Rückweg begaben, setzte auf der Busfahrt bei einigen auch schon die Müdigkeit ein.

Sebastian Jörgensen

Tag 7

19. Mai 2017

Nach einem Treffen in der Schule ging es auch schon wieder mit dem Bus los, eine Stunde lang bis zum Shanghai Museum.

Dieses Museum spezialisiert sich auf die Antike Geschichte von Shanghai und Region und sieht auch von oben aus wie ein traditionelles Gefäß namens Ding, worin Fleisch gekocht wurde. Durch den Gruppeneingang und die Sicherheitskontrolle und wir standen in der mittleren Halle des Museums. Von dort aus gehen dann Treppen zu höheren Etagen, die dann einen Schacht von oben nach unten bilden. An diesen Schacht angrenzend sind dann die einzelnen Austellungsräume, welche wir jetzt eine Stunde erkunden konnten. Hier fanden wir antike Kalligraphie, Porzellan und Töpfereien sogar aus neolithischen Zeiten und detaillierte, traditionelle Kunst, um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Nach einer kleinen Erholungspause im angrenzenden People's Park ging es dann runter in die gleichnamige U-Bahnstation. Dort wartete eine Überraschung auf uns: diese Station ist riesig! Vergleichbar mit einem kleinen Flughafen gab es lange Gänge, große Hallen, Sicherheitskontrollen, Ansagen über die Lautsprecher, und das ist noch nicht mal der Hauptbahnhof! Nach einem Labyrinth von Gängen, Kartenkontrollen und Rolltreppen kamen wir dann auf der Plattform an und waren auch schon kurz danach in der Bahn. Vier Stationen weiter stiegen wir dann bei der Station "Science and Technology Museum Shanghai" aus, besuchten dies aber nicht, sondern gingen zum Thumb Plaza, wo wir auch schon am Mittwoch einen "Open-Air" Auftritt hatten und aßen ein sehr traditionelles Gericht mit tiefer regionaler Verwurzelung: Pizza (nicht, dass das schlimm ist ;-) ).

Nach dem Mittagessen war dann eine Probe von allen drei Orchestern zusammen; dem chinesischen Schulorchester, den Coolen Elbstreichern, die gestern angereist sind und uns (klingt gut!).

Tobias Otto

Nach der Teezeremonie
Das große chinesisch-deutsche Orchester
Besuch des Shanghai Museums
Erste Gesamtprobe in der Schule