WICHERN-SCHULE

Christliche Handlungsgrundsätze
Zur Wahrung und Sicherung des Liebes- und Friedensgebotes im Zusammenleben einer so großen Schulgemeinschaft haben Lehrer-, Schüler- und Elternschaft im Schulkonvent die Handlungsgrundsätze und die Schulordnung der Wichern-Schule als einen Vertrag formuliert:

„Wir, die Gemeinschaft der Wichern-Schule, die Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer, Eltern, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sehen uns in der christlichen Verantwortung gegenüber unseren Mitmenschen und unserer Umwelt und richten unser Handeln darauf aus. Wir begegnen uns und anderen unvoreingenommen mit Vertrauen und Achtung und sind zu Dank und Vergebung bereit. Das sichert allen das Recht und die Möglichkeit, die eigene Individualität mit den persönlichen Anlagen, Begabungen und Neigungen zu entfalten und auszudrücken. Gegenüber anderen Religionen, Kulturen und Nationalitäten verhalten wir uns einfühlsam und üben Toleranz. So kann sich jeder wohlfühlen und keiner braucht Angst zu haben.“
(aus „Handlungsgrundsätze und Schulordnung“)

Entsprechend diesen Handlungsgrundsätzen hat sich aus vielen Einzelinitiativen und Elementen ein vielschichtiges Präventionskonzept entwickelt. Dazu gehören z. B.:

Klassenrat
Der Klassenrat ist gut etabliert in den Beobachtungsstufen beider Abteilungen. Er wird von den Klassenlehrerinnen und Klassenlehrern und unter Anleitung der Diakonin Birge Brandt betreut. Seine altersangemessene Fortführung in den Mittelstufenklassen wird angestrebt.

Runder Tisch
Indem die einzelnen Schulgebäude weitgehend auch den einzelnen Schulformen und Jahrgangsstufen zugeordnet werden konnten, haben sich klare Gestaltungs- und Verantwortungsbereiche ergeben. Diese konfliktfrei und kreativ als Lebensraum zu entwickeln soll Aufgabe des paritätisch besetzten Runden Tisches in den Gebäuden der Mittel- und Oberstufe sein.

Streitschlichtung
Im Zuge des Kinderbischofsprojektes „Hinsehen, eingreifen, verhindern“ hat die Wichern-Schule 2003 das gesamtschulische
Streitschlichterprojekt ins Leben gerufen. Seitdem werden in der Grundschule, in den Klassen 7 und 8 der Haupt- und Realschule bzw. Stadtteilschule sowie den Klassen 9 und 10 des Gymnasiums Streitschlichter ausgebildet. Sie haben in Rollenspielen Techniken der Kommunikation und der Beobachtung und Schlichtung von Streitfällen gelernt, können in Konflikten vermitteln, ohne für jemanden Partei zu ergreifen, und können den Streitenden, die zu ihnen kommen, so helfen, dass sie möglichst selbst eine Lösung für ihr Problem finden. Sie schließen mit ihnen Vereinbarungen, deren Einhaltung sie in festgelegten Abständen überprüfen. Die älteren Streitschlichter betreuen Schülerinnen und Schüler der Beobachtungsstufe und bieten Angebote zur Pausengestaltung an.

Defending
Bei Bedarf wurden und werden Selbstverteidigungskurse eingerichtet, in denen die Kinder und Jugendlichen geschult werden, sich in gefährlichen Situationen und bei tätlichen Übergriffen angemessen zu verhalten. Es geht um das Erkennen von Gefahren, um Vermeidung und Verteidigung.

Suchtprävention
In Zusammenarbeit mit dem Suchtpräventionszentrum der Schulbehörde hat die Wichern-Schule 2002 das Projekt "Bekifft in der Schule" durchgeführt. Erarbeitet wurden ein Regelwerk und Verfahrensweisen, die Lehrer-, Eltern- und Schülerschaft in die Lage versetzen, differenziert Verhaltensauffälligkeiten und Hinweise auf Cannabis-Konsum wahrzunehmen und mit Bedacht darauf zu reagieren. So können betroffene Schüler rechtzeitig und angemessen angesprochen werden, sie können Hilfen bei der Einstellung oder Reduzierung des Cannabis-Konsums erhalten und bei Bedarf an Suchtberatungsstellen vermittelt werden. Gleichzeitig hat sich im Elternrat ein Arbeitskreis "Suchtprävention" zusammengefunden.

Seelsorge, Betreuung und Beratung
Eine der Aufgaben der Schulpastorin ist die seelsorgerliche Begleitung in der Schulgemeinde. Ihr zur Seite stehen als Diakone Frau Birge Brandt und Herr Günter Kutzke. Als ausgebildete Sozialpädagogen sind sie gleichzeitig Mitglieder des sechsköpfigen Beratungslehrerteams mit Frau Lieselotte Weiland, Frau Bettina Niemeyer, Frau Nicola Greiser-Weigt und Herr Michael Genthe. Diese betreuen Schülerinnen und Schüler mit besonderen Problemlagen und Verhaltensauffälligkeiten, moderieren bei Problemen in der Klasse und bieten den Kindern und Jugendlichen, den Lehrerinnen und Lehrern und den Eltern Beratung an zu Schullaufbahn, Erziehungsfragen, Verhaltensauffälligkeiten, Schulversagen, Drogen- und Suchtprävention, Aufmerksamkeitsdefiziten. Die Beratungslehrer sind keine Therapeuten, können aber gegebenenfalls weiter vermitteln. Vertraulichkeit und Unabhängigkeit bilden die wesentliche Grundlage ihrer Arbeit.

"Lichtpunkte" und "Starke Eltern - starke Kinder"
In regelmäßigen Abständen lädt die Diakonin interessierte Eltern ein zu Informations- und Diskussionsveranstaltungen zu allgemeinen Erziehungsfragen und zu einem Fortbildungskurs, den sie in Kooperation mit den Kinder- und Jugendhilfe durchführt. Dieser vom Kinderschutzbund entwickelte Kursus bietet an 12 aufeinander aufbauenden Abenden Eltern die Möglichkeit das Modell der anleitenden Erziehung kennen zu lernen.