Evangelische, staatlich anerkannte Privatschule des Rauhen Hauses.

Unsere Klassenreise nach Mözen

Das Haus Rothfos besteht aus zwei Reetdachhäusern, die ganz idyllisch direkt am Mözener See liegen und von einem riesigen eingezäunten Gelände, bestehend aus Wiesen, Wald und einem kleinen Spielplatz, umgeben sind: ein absolutes Paradies für Kinder, die sich dort völlig gefahrlos frei auf dem Grundstück bewegen können. In dem einen Haus befinden sich der Speisesaal, die Küche und ein paar Tagungsräume, in dem anderen auf zwei Etagen die Schlafzimmer. Insgesamt bietet das Haus Rothfos nur Platz für zwei Klassen, was wir sehr genossen haben, weil es dadurch nicht so laut war. Wir hatten eine ganze Etage für uns und waren dazu noch die Hälfte der Zeit alleine dort, optimale Bedingungen! Die Verpflegung war ebenfalls großartig. Die Kinder haben das Essen sehr gelobt und mit großem Appetit gegessen. Morgens gab es Brötchen, Müsli, Obst und Joghurt in Büfett-Form. Mittags wurde das Essen am Platz gereicht, wobei am Büfett stets noch ein frischer Salat angeboten wurde, und auch abends war oft noch eine Extra-Leckerei auf dem Büfett zu finden. Nach der Ankunft im Haus Rothfos haben wir von der Heimleitung eine Einweisung in die Regeln vor Ort erhalten und sind dann zum Essen gegangen. Anschließend haben wir die Zimmer bezogen, die Betten gerichtet und die Koffer ausgepackt. Danach haben wir die Gegend erkundet und festgelegt, wo die Kinder überall alleine hingehen dürfen, wobei das Seeufer ausgeschlossen war. Dorthin durften sie lediglich in Begleitung eines Erwachsenen gehen. Wir haben uns die Badestelle angeschaut und einen kleinen Spaziergang in die Umgebung gemacht. In der Freizeit bis zum Abendessen haben die Kinder in verschiedenen Gruppen miteinander draußen gespielt. Dabei war das Runden-Spiel um die Tischtennisplatte besonders beliebt. Nach dem Abendbrot wurde die Klasse in zwei Gruppen aufgeteilt, die abwechselnd jeweils eine halbe Stunde im Tagungsraum Tagebuch geschrieben und auf dem Flur gelesen hat. Auf diese Weise kehrte schon ein wenig Ruhe ein und die Kinder "fuhren ein bisschen runter", bevor Frau Brinkmann dann die Gute-Nacht-Geschichte vorgelesen hat, alle auf ihre Zimmer mussten und die Bettruhe begann. Mit diesem Ritual haben wir jeden Tag beendet. Am Dienstag, dem 28. August 2018, begann der Tag mit einer zünftigen Frühsport-Einheit, und zwar schon vor dem Frühstück. Alle mussten mitmachen und das Laufen, das Dehnen und die Turnübungen haben den meisten auch viel Spaß bereitet. Danach schmeckte das Frühstück sogar noch viel besser! Das Wetter war trocken, jedoch nicht sehr warm, und die Kinder haben uns überredet, baden zu gehen. Fast alle haben sich in das - gefühlt - eiskalte Wasser getraut und anschließend zum Aufwärmen heiß geduscht. Nach dem Mittagessen haben die Kinder ihre Postkarten geschrieben und am Nachmittag sind wir dann "in See gestochen". D.h., wir sind in zwei Booten auf dem Mözener See gepaddelt. Das war ein ganz tolles Erlebnis für alle! Wir haben die traumhafte Landschaft vom See aus genossen und sogar ein kleines Rennen veranstaltet, das mehr oder weniger unentschieden ausging. Am Mittwoch, dem 29. August 2018, mussten wir schon etwas früher aufstehen, weil wir einen großen Ausflug geplant hatten. Zu Fuß ging es die 6km bis nach Bad Segeberg, wo wir erst die Kalkberghöhle besichtigt und anschließend eine Führung durch die Fledermausausstellung bekommen haben. Beides war sehr lohnenswert. Dabei wurden die Kinder für ihr großes Interesse und ihr gutes Benehmen sehr gelobt. Bei bestem Wetter haben wir dann auf dem Plateau vor dem Museum unser Mittagspicknick gemacht, denn wir hatten uns alle ein Lunchpaket mitgenommen. Außerdem erhielten dort alle Kinder ihre 3,-€ Taschengeld zum eigenständigen Shoppen in der Innenstadt von Bad Segeberg. Völlig begeistert zogen sie nun los, um entweder etwas für die Familie oder für sich selber zu kaufen, wobei sie allerdings feststellen mussten, dass mit 3,-€ nicht wirklich viel zu erwerben ist. Nach einer Stunde waren alle pünktlich wieder am vereinbarten Treffpunkt angekommen, so dass wir dann gemeinsam zu einer Eisdiele gehen und dort noch ein leckeres Eis kaufen konnten. So gestärkt haben wir uns auf den Rückweg gemacht, wieder 6km, und viele haben sich gewünscht, wir hätten den Bus nehmen können. Aber obwohl die Strecke sooo anstrengend war, hatten die Kinder - zuhause angekommen - sofort wieder Energie, noch Runde oder Fußball zu spielen! Donnerstag, der 30. August 2018, war schon der letzte Tag in Mözen. Leider war das Wetter sehr schlecht: Es regnete fast den ganzen Tag und war ziemlich kalt. Wir haben trotzdem einen längeren Spaziergang bis zum Campingplatz von Mözen gemacht, wobei die Kinder einen tollen Berg entdeckt haben, den sie immer wieder hochgeklettert und wieder heruntergelaufen sind. Am Nachmittag haben viele Kinder Schnecken gesammelt und mit ihnen sogar Schneckenrennen veranstaltet. Später haben wir den Film Ice Age geguckt. Nach dem Kofferpacken gab es noch eine gemütliche Spiele-Abschlussrunde, in der alle versichert haben, wie toll sie diese Klassenreise fanden. Am Freitag, dem 31. August 2018, kam nach dem Frühstück der Vater mit seinem großen Auto, um das Gepäck wieder abzuholen, und kurz darauf haben auch wir uns auf den Weg zur Bushaltestelle gemacht. Gegen 12.30 Uhr sind wir dann wieder an der Schule angekommen, wo uns die Eltern schon freudig erwartet haben. Zum Schluss dieses kleinen Berichtes sei noch Folgendes angemerkt: Ein ganz großes Problem auf dieser Reise war das Heimweh, das fast einem Drittel der Kinder sehr zu schaffen gemacht hat. Leider mussten wir gleich in der ersten Nacht einen Jungen abholen lassen, weil nichts mehr ging. Obwohl die Zimmerkollegen und wir alles versucht haben, hatte er sich mehrfach übergeben und ließ sich überhaupt nicht beruhigen. An drei von den vier Abenden haben immer Kinder geweint und mussten getröstet werden. Es war dabei schön zu sehen, wie liebevoll sich die anderen um die Heimwehkranken gekümmert haben, aber für uns Kolleginnen waren diese abendlichen Dramen sehr anstrengend. Wir haben uns deshalb vorgenommen, dass wir gleich auf dem ersten Elternabend der neuen 1. Klasse die Eltern darauf hinweisen werden, dass sie mit ihren Kindern das auswärtige Übernachten rechtzeitig üben sollen, denn die meisten dieser betroffenen Kinder hatten vorher noch nie woanders geschlafen. Fazit: Insgesamt war es eine tolle Woche, die die Klassengemeinschaft gestärkt und uns manche Kinder noch einmal in einem anderen Licht gezeigt hat. Und das Haus Rothfos ist unbedingt weiterzuempfehlen! (Ute Brinkmann-Schwerin)