Evangelische, staatlich anerkannte Privatschule des Rauhen Hauses.

Wir lieben Kunst und Kultur.

Unser Wichern-Forum

Auf den Seiten dieses Kapitels gibt es einen Einblick in die vielfältigen kulturellen Aktivitäten in unserem Wichern-Forum: Tanz- undTheateraufführungen, Konzerte, Kunstprojekte und vieles mehr.

 

 

Überragend! - Lilac One Man Wonder:
MC Feddersen

Der Kulturabend im neuen Look und prallvoll!

Den ersten Teil des Kulturabends am 28.05. füllten musikalische Beiträge der 5. und 6. Klassen mit Chor, Tanz, Gesang, Instrumentalspiel und Boomwhackers auf der großen Bühne. Im zweiten Teil gab es feines Gitarrenspiel auf einem Podest in der Mitte des Raumes. An selber Stelle gab es Märchen quasi zum Anfassen, witzig inszeniert und modernisiert von den 5. Klassen. Da hatte Aschenputtel nicht seinen Schuh, sondern sein Smart-Phone verloren und konnte den Prinzen mit dem richtigen Code überzeugen und beglücken.

Zwischendurch gab es die Gelegenheit, eine abwechslungsreiche Ausstellung in aller Ruhe anzusehen: mittelalterliche Burgen, steinzeitliche Höhlen, Fotografien, Werkstücke aus den Kreativ-Kursen, Geschichten an Kleiderbügeln und stimmungsvolle Malereien und Elfchen zu Gefühlen wie Angst, Liebe, Traum und Verwirrung – verteilt über den gesamten Raum.

Zum Abschluss des Abends, im dritten Teil, gab es nochmals auf der großen Bühne ein herrliches Stück zum Thema Mobbing mit der 7A, eine beeindruckende Performance des HipHop-Kurses der GBS sowie die Aufführung einer Gruppe Mädchen aus der 8B. In superorangen Overalls trugen sie vor einer Wüsten-Kulisse und mit Wind-Geräuschen untermalt jeweils ihr Verständnis einer Rolle aus „Löcher“ vor.

Arne Feddersen, erstmals Regisseur und Moderator des gelungenen und gut besuchten Abends und Christiane Erdmann gratulierten allen Beteiligten – und dann war es auch schon fast Mitternacht ...

 

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"Vor dem Fest" – eine überzeugende Vorstellung des Theaterkurses der S2

Was ein Kulturprofil so leisten kann, das hat uns der Theaterkurs unter der Leitung von Katrin Burgert gezeigt. Im 2. Semester nun hat sich der Kurs an die  Umsetzung der Pflichtlektüre Deutsch „Vor dem Fest“ von Sasa Stanisic gewagt.

Dazu musste zunächst einmal ein Skript erstellt werden, denn eine schulbühnentaugliche Fassung lag natürlich nicht vor. Frau Burgert ist es gelungen, den schmalen Grat zu meistern, auf dem entschieden wird, was man kürzen oder gar ganz weglassen darf, um den Inhalt nicht zu entstellen, gleichzeitig aber eine angemessene Aufführungszeit einzuhalten.

In einer überzeugenden, liebevoll-aufwendigen Inszenierung stellte uns der Kurs das Ex-DDR-Dorf Fürstenfelde vor mit seinen verbliebenen Bewohnern. Hier bekamen nun die Schüler reichlich Gelegenheit zu zeigen, wie sie das Stück interpretieren und in den Szenen umsetzen. Dabei wurde eine große Spielfreude deutlich und manche der Akteure wuchsen geradezu über sich hinaus. So glaubte man beispielsweise dem Hühnerhalter jede Geste, jedes Wort, überzeugend auf ihre Weise alle Dorfbewohner, alteingesessene wie zugezogene.

Auf der Bühne zeigen uns die Schüler immer wieder Seiten, die man sonst im Unterricht nicht so deutlich wahrnimmt. Zusammen mit den Schülern von der Technik, die wieder einmal beeindruckende Arbeit geleistet haben, hat sich der Kurs mit einem tollen Theaterabend empfohlen. Vielen Dank, Katrin Burgert, vielen Dank Schülerinnen und Schüler des Kulturprofils.  (Hildburg Schäpers)

Kunstlabor statt Klassenzimmer

„Eine Woche lang habe ich das Klassenzimmer gegen das Kunstlabor in den Deichtorhallen getauscht“, berichtet Sophie Eggert aus der 9D. „Die freie und kreative Arbeit dort hat mir gut gefallen. Komplett frei konnte ich meine Ideen zur Ausstellung „PROOF“ von Robert Longo verwirklichen. Ich habe in der Woche zwei Werke angefertigt. Mit Acrylfarbe habe ich ein Flüchtlingsboot auf dem Meer gemalt. Außerdem habe ich ein Objekt aus Modelliermasse angefertigt. Die Woche war für mich abwechslungsreich und ich kann sie jedem mit künstlerischem Interesse empfehlen.“
Seit 2010 bietet das Kunstlabor Jugendlichen aus unterschiedlichen Hamburger Schulen und Schulformen einen Freiraum, in dem sie Position zur zeitgenössischen Kunst beziehen können. Zum Abschluss des Kunstlabors werden die Arbeitsräume in einen Ausstellungsraum verwandelt und einem interessierten Publikum zugänglich gemacht. Die jugendlichen KünstlerInnen erläutern ihren Arbeitsansatz und führen Besucher durch ihre Ausstellung. Das ist spannend. Kunstlehrerin Frau Abel hat Sophie für die Teilnahme am Kunstlabor empfohlen, sodass sie für das Projekt vom Unterricht freigestellt werden konnte.

„Nachts streife ich umher…"

Der Kurs der Klassen 10 und 11 mit Frau Kortendieck führte im Wichern-Forum die selbst entwickelte Collage „Nacht und Träume” auf. In dieser poetischen Inszenierung wurden die Zuschauer in die Welt der Nachtschwärmer und ihrer Träume entführt. Es gelang eine Komposition, in der reale Handlung, zum Leben erwachte Träume und lyrische Texte nahtlos ineinander übergingen.

Dabei bediente sich der Kurs des Kunstgriffs, größtenteils Sprache und Darstellung zu trennen. Texte von Novalis über Rainer Maria Rilke bis Mascha Kaléko legten sich über die Handlung, daneben auch ein wunderbarer selbst geschriebener Text von Yannick Padberg (10G2), der sich in der Reihe der großen Literaten nicht verstecken musste. Insgesamt spürte man, dass sich die Schüler und Schülerinnen bei dieser Inszenierung maßgeblich einbringen konnten, und neben dem Ernst der Themen und Texte war auch immer wieder Raum für komische Brechungen, so zum Beispiel, wenn ein Albtraum von Monstern und Zombies langsam in einen „Moonwalk“ zu „Bad“ von Michael Jackson übergeht. Nicht zuletzt legten sich die Licht- und Ton-Techniker wieder mächtig ins Zeug. Es war ein gelungener Abend!

Leonce und Lena

Die Bearbeitung eines bald 200 Jahre alten Stückes von Georg Büchner – das war die große Herausforderung für den Theaterkurs S3/S4 von Frau Burgert. Die bizarre und romantische Komödie wirft viele Fragen auf, die junge Menschen auch heute bewegen: Wohin wollen wir? Woran orientieren wir uns? Ist es wichtiger Macht zu haben oder Verantwortung zu übernehmen oder einfach möglichst viel Spaß zu haben? Während auf der Bühne die turbulente Handlung mit zahlreichem Personal und in schwieriger Sprache bravourös dargeboten wurde, kommentierte ein Chor von Stimmen die Handlung mit eigenen Gedanken. Eine beachtliche Leistung, eine unterhaltsame und sehr gelungene Aufführung.

Starker Auftritt

Ein verschlossener und sensibler 15jähriger Junge, dessen Eltern sich gerade trennen, gerät in eine ausweglose Situation durch Cyber-Mobbing und erschießt sich. Das war kurz zusammengefasst die dramatische Handlung von „Homevideo“, aufgeführt vom Theaterkurs S4 unter der Leitung von Frau Brinkmann.

Die Darstellung der inneren Konflikte von Eltern, Sohn und Freundin, der Verletzlichkeit des Opfers und der gnadenlosen Verfolgung durch seine Peiniger war sehr glaubhaft und realitätsnah. Schnelle Stimmungswechsel zwischen ruhigen und heftigen Szenen hielten die Zuschauer bis zum Schluss in Atem. Eine sehr beeindruckende Leistung, unterstützt von einer perfekt arbeitenden Technik! (Franziska Plath)

Das Elbphillharmonie-Konzert

Am 1. Februar durften wir mit unserem Musikkurs ein Konzert aus der Reihe „Konzerte für Hamburg“ besuchen.  Wir fuhren gespannt die total stylische „Tube“ hoch und durften nun die riesige berühmte Echtholz - Treppe hinaufgehen. Auffallend war, dass das Holz schon  relativ mitgenommen aussah  und die weiße Wand bereits so  mit Schmutz bedeckt war, dass sich einige Gäste den Spaß erlaubt hatten  mit ihren Fingern ihrer künstlerischen Ader freien Lauf zu lassen und abstrakte Kunst in den Staub zu zeichnen.
Aber nun waren wir endlich da: Vor der Eingangstür zum großen Saal.

Wenig später saßen wir auf den etwas steifen, aber dennoch bequemen Sitzen des nahezu vollbesetzten Saals der Elbphilharmonie und warteten gespannt. Um Punkt 18:00 Uhr betraten Thomas Hengelbrock und ein Teil seines Orchesters die Bühne und spielten ein traumhaftes Stück von Haydn mit einem Cello – Solo, welches von Nicolas Altstaedt übernommen wurde. Leider wurden im großen Saal Störgeräusche wie zum Beispiel Husten stark verstärkt, was vermutlich untrennbar mit der Eigenschaft verbunden war, dass auch die leise Töne sehr gut hörbar waren.  Anschließend wurde das etwas rauer klingende Stück von Bartók, das "Konzert für Orchester" mit einer kleinen Vorrede von Hengelbrock eingeleitet.  Es war absolut genial. Der Klang regte zum Träumen an.

Nun kam es zum Highlight des Tages: Dem Künstlergespräch mit Nicolas Altstaedt.. Der Cellist gab sehr differenzierte, wohl überlegte Antworten. Für ihn ist Musik die „subtilste Art der Kommunikation“. Eine sehr schöne Überlegung wie ich finde. Es war sehr schön, wie viel Zeit sich Altstaedt für uns genommen hat. Man hat  seine Freude beim Beantworten der Fragen gemerkt. Sehr, sehr gerne wieder!


Zusammenfassend  kann ich sagen, dass es ein riesiges Erlebnis war, welches ich gerne wiederholen würden. Der besondere Dank geht hier selbstverständlich an Frau Brinkmann für ihre Mühe.  (Fynn Jacobsen)

Mutabor! - Die 6g1 verwandelt das Wichern-Forum in eine orientalische Märchenwelt

Die Zuschauer wurden verzaubert

Im Januar führte die Klasse 6g1 unter der Leitung von Frau Kortendieck das Märchen “Kalif Storch” als Musical auf - gleich zweimal: Am Vormittag fand vor Schülern der Klassen 3 bis 5 die Generalprobe statt, der aber nichts zur vollwertigen Aufführung fehlte. Am Abend kamen dann Eltern, Großeltern, Freunde und eine interessierte Schulöffentlichkeit, um sich das bunte, ideenreiche Spektakel anzuschauen und anzuhören. In ihren farbenfrohen, oft orientalisch anmutenden Kostümen sangen und spielten die Kinder, dass es eine Freude war. Störche tanzten staksend über die Bühne, auf einem Bazar boten Händler ihre Ware feil. Es gab Schattentheater, Szenen, die im Publikum spielten, und auch die Licht- und Ton-Techniker waren wieder zur Unterstützung dabei und schöpften aus dem Vollen.

In dieser Aufführung, das sah man, steckte eine Menge Zeit und Arbeit. Für das Publikum wurde sie gerade deshalb zur Augen- und Ohrenweide, und für die Kinder der 6g1 sicherlich zu einer ganz besonderen, bereichernden und verbindenden Erfahrung.

Fahnenappell

"Wir sind ein Volk!"

Der Theaterkurs S3 des Kulturprofils unter der Leitung von Katrin Burgert hatte sich 26 Jahre und 20 Tage nach der Grenzöffnung für seine ambitionierte Eigenproduktion am 29. und 30. November die deutsch - deutsche Geschichte vorgenommen vom Bau bis zum Fall der Mauer. Dargestellt wurden die wichtigsten Ereignisse am Beispiel zweier Schwestern und deren Familien.

Ausgangs- und Endpunkt der Aufführung war die Grenzöffnung, bei der sich die beiden Schwestern zum ersten Mal, seit sie durch den Mauerbau in Berlin getrennt wurden, wiederbegegnen. Die Zeit davor wurde in Rückblenden erzählt: Die zögerlichen Überlegungen der Ost-Schwester, mit der Familie in den Westteil der Stadt zu ziehen, werden durch den unerwarteten Bau der Mauer durchkreuzt. Planwirtschaft, Junge Pioniere auf der einen Seite, Westpakete, Frauenemanzipation auf der anderen Seite.

Wurde anfänglich die Entwicklung der beiden Staaten parallel in pointierten Szenen dargestellt, verschob sich der Fokus im weiteren Verlauf und stellte die Ereignisse in der DDR in den Mittelpunkt. Die Bespitzelung durch die Stasi, die Einschränkung der Meinungsfreiheit, Ausreiseanträge, Republikflucht, all das wurde in kleinen Alltagsszenen verdeutlicht und schmerzhaft vorstellbar. Verhaftungen oder Diffamierungen von Jugendlichen unter anderem wegen Jeans, langer Haare und Rock'n'Roll, das durchorganisierte Erziehungsprogramm der Margot Honecker offenbarte sich, dargestellt von Jugendlichen im gleichen Alter, als erschreckend präsent, zumal die Szenen immer wieder mit Orginalzitaten aus Briefen an das Zentralkommitee der Partei angereichert wurden, in denen sich die Ohnmacht des Einzelnen gegenüber dem Apparat nur allzu deutlich ausdrückte.

Mit viel Einfallsreichtum und Einfühlungsvermögen ist es dem Kurs gelungen, die genau recherchierten Lebensbedingungen in der DDR nachvollziehbar und lebendig werden zu lassen. Die durch aneinandergeheftete Pappkartons stilisierte Mauer bot ein flexibles, im Hintergrund stets präsentes und wirkungsvolles Bühnenbild. Die Sorgfalt, mit der der Kurs seine Szenen erarbeitet hat, offenbarte sich auch in dem ausführlichen Programmheft, in dem die wesentlichen Stichworte umfassend und verständlich erläutert wurden: Geschichtsunterricht vom Feinsten.

Am Ende schließt sich der Kreis: Die mittlerweile gealterten Schwestern stehen sich wieder an der nun offenen Mauer gegenüber. "Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört", konstatierte Willy Brandt damals. Und der Zuschauer fragt sich unwillkürlich, ob das tatsächlich nach so langer Trennung möglich ist. Und wie steht es heute in Zeiten von Pegida mit dem Ausruf „Wir sind ein Volk“? Sind wir tatsächlich zusammengewachsen oder gibt es sie noch, die unsichtbare Grenze, die Deutschland gesellschaftlich und wirtschaftlich teilt?

Figürliches Zeichnen mit Eitempera und Buntstift

 

Hier gibt es Portraits, die die Oberstufenkurse "Bildende Kunst" von Frau Eckert mit Eitempera und Buntstift angefertigt haben. Zu sehen sind Lehrer, Schüler und Bekannte der Schüler.


Die 7d hat ihre Poträts in historische Gewänder gearbeitet
Die Farben entstanden in Handarbeit

Kunst an der Stadtteilschule fördert fächerübergreifend das Verstehen

Kunstunterricht heißt an der Stadtteilschule auch fächerübergreifend Kunst im Epochenunterricht. Während im Epochenunterricht in Klasse 7 historischer Verlauf und gesellschaftlicher Wandel im Zeitalter des Absolutismus und der Französische Revolution untersucht werden, erarbeiten sich die Schülerinnen und Schüler parallel dazu im Kunstunterricht einen künstlerischen Zugang zur Epochenwende: Sie entwerfen Mode, Masken und Hüte im Stil der Zeit oder stellen Salzteiggerichte her. Wie hätte ich wohl im Reifrock ausgesehen – oder im Gehrock und Kniehosen? Warum trugen Adelige turmhohe Perücken oder verbargen sich hinter Masken?

In der 5. Klasse werden zum Thema „Steinzeit“ Farben aus Steinen hergestellt und Höhlenmalerei nachempfunden. Das ist spannend und aufregend und die handwerkliche Arbeit ist auch anstrengend und aufreibend. Wie mögen sich wohl unsere Vorfahren dabei gefühlt haben? Warum wurden sie kreativ? Welchen Vorstellungen und Empfindungen wollten sie Ausdruck verleihen?

Bei der Motivwahl zählt Kreativität - ob's authentisch ist, wird im Epochenunterricht geprüft.

Reflexionsraum Kirche – ein Vorausblick auf das Lutherjahr

498 kleine Spiegel im Kirchenraum fordern zur Reflexion auf

Der Kurs „Kunst und Reisen“ für Klasse 8-10 der Stadtteilschule besuchte die Spiegel-Ausstellung mit 498 Spiegeln in der Auferstehungskirche Thieloh. Vor 498 Jahren fand die Reformation statt, Martin Luther hielt den Menschen den Spiegel vor, in dem er alte Gewohnheiten der Menschen und Kirche infrage stellte. Auch Jesus konfrontierte den Menschen mit sich selbst: „Wer von euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein“ (Joh. 8.1-11). Er wollte damit sagen, dass keiner ohne Fehler ist. Im blau-orange beleuchtete Kirchenraum funkelten und flackerten die Reflexe der kleinen Spiegel. Wir erlebten Stille in geheimnisvoller Atmosphäre, zeichnete und schrieben Elfchen (Kurzgedichte aus elf Wörtern). Hinterher tauschten wir uns mit dem Pastor aus.