Evangelische, staatlich anerkannte Privatschule des Rauhen Hauses.

 

Hamburgs Kinderbischöfe besuchen die Bischofskanzlei (12.01.2012)

Selten war eine Bischofskonferenz so fröhlich: Die Hamburger Kinderbischöfe Hannah Eisenhardt, Tracy Gyebi und Darian Niehus - alle zehn Jahre alt - haben am Donnerstag ihre erwachsene Amtskollegin Kirsten Fehrs in ihrer Kanzlei besucht. Zum "Gespräch unter acht Augen", wie Darian es nannte. Thema ist in diesem Jahr "Träume". So werben die Kinderbischöfe für eine lebendige Schule mit internationalem Frühstück, viel Sport, Projekten, Hängematten, Tanzen und vielen Obstbäumen auf dem Schulhof.

Religion zählt zu den Lieblingsfächern von Tracy, Sport war es für Bischöfin Fehrs. Auch wenn sie kaum noch Freizeit habe, gefalle ihr das Bischofsamt gut, bekannte Kirsten Fehrs. Vor allem die Begegnungen mit interessanten Menschen seien eine große Bereicherung. "Immer wenn Menschen vom Leben erzählen, ist Gott dabei." Darian hat mit Erstaunen erlebt, dass ihm als Kinderbischof in der U-Bahn ein Platz frei gemacht wurde. Vor drei Menschen zu reden, würde ihr schwerfallen, räumte Hannah ein. Vor 600 Gästen im Gottesdienst zu sprechen dagegen nicht. 

Alle vier Bischöfe sind erst seit wenigen Wochen im Amt, die Amtszeit der Kinder endet allerdings bereits Mitte Februar. Die Tradition der Kinderbischöfe wurde 1994 von der Hauptkirche St. Nikolai und der Wichern-Schule wiederbelebt. Der Brauch geht bis ins Mittelalter zurück und war in ganz Deutschland verbreitet. 

Gern wären die Kinder noch geblieben, doch die Lehrerinnen mahnten zum Aufbruch. Schließlich geht für sie die Schule weiter, und außerdem musste Bischof Darian noch geimpft werden. Da half auch das Angebot von Bischöfin Fehrs nicht, ihnen eine Entschuldigung zu schreiben. 
(Thomas Morell epd-nord)