Evangelische, staatlich anerkannte Privatschule des Rauhen Hauses.

Kinderbischöfe fordern bei Sozialsenator Kinderbeauftragten für Hamburg (11.12.13)

Bei ihrem Treffen mit Sozialsenator Detlef Scheele forderten die drei Kinderbischöfe Sophie, Tim und Marek einen Kinderbeauftragten für Hamburg, der sich für die Wahrung und Umsetzung von Kinderrechten einsetzt. Hamburg wäre kinderfreundlicher, wenn es mehr Mitbestimmung gebe. Für den Sozialsenator stellte sich jedoch die Frage: „Was könnte ein Kinderbeauftragter für 260.000 Kinder in Hamburg ausrichten?“ Wichtig sei, für sich selbst sprechen zu können und bestehende Jugendverbände zu nutzen, um sich gemeinsam stark zu machen für die Belange von Kindern.

Detlef Scheele machte in dem angeregten Gespräch mit den zwölf Fünftklässlern der Wichern-Schule einen Vorschlag: „Ich werde den Leitern der Bezirksämter einen Brief schreiben und nachfragen, in welcher Form Kinder an Planungen z.B. von Spielplätzen beteiligt sind.“ Die Bezirksamtsleiter sollen positive Beispiele geben. Der Brief und die Antworten gehen auch an die Kinderbischöfe, die weiterhin sich mit dem Recht auf freie Meinungsäußerung und Beteiligung befassen werden. Spätestens zum großen Michelgottesdienst der Schule im Sommer soll die Antwort des Senators vorliegen.

Im Zusammenhang mit dem Recht auf Gesundheit monierten die Kinderbischöfe das Schulessen. „Es gibt aber in vielen Hamburger Schulen kein gutes Mittagessen. Oft ist es auch sehr laut und die Schlangen sind viel zu lang“, schilderten die Kinderbischöfe ihre Ergebnisse aus ihren Untersuchungen. Nur wer mittags gut esse, könne nachmittags gut lernen. „Wenn es kein gutes Essen gibt, werden die Kinder zu dick, weil sie zu viele Süßigkeiten essen. Deshalb brauchen wir ein gutes Mittagessen in der Schule, weil viele Kinder den ganzen Tag in der Schule sind“, sind Sophie, Tim und Marek überzeugt.

Besorgt äußerten sich die Kinderbischöfe zum Thema Gewalt: „Was tun Sie, um Kindern zu helfen, die von ihren Eltern schlecht behandelt und geschlagen werden?“, wollten sie wissen. Es gibt immer noch viele Eltern, die das Recht auf gewaltfreie Erziehung verletzten. Die Kinderbischöfe selbst kennen Kinder, die zu Hause geschlagen werden. „Sie bekommen riesige Angst davor, etwas falsch zu machen. Und später schlagen sie vielleicht auch ihre eigenen Kinder.“


Fotos von dem Treffen im Herrensaal St. Jacobi