Evangelische, staatlich anerkannte Privatschule des Rauhen Hauses.

Unsere Kinderbischöfe weihen mit Bischöfin Kirsten Fehrs einen Kleinkinderspielplatz in der Flüchtlingsunterkunft am Mattkamp ein

Kinder auf der Flucht – „Das ist für uns ein ganz großes Thema“, sagt die Hamburger Kinderbischöfin Zoe (11). Bei ihrem ersten Besuch im Flüchtlingsheim Mattkamp am Nikolaustag 2014 stellte Zoe mit ihren beiden Amtskollegen Marie und Felix schnell fest, wie wenig Möglichkeiten die Kleinsten dort haben, sich einmal richtig auszutoben. Das muss sich ändern, beschlossen die drei Kinderbischöfe und sammelten in der Folgezeit bei vielen Gelegenheiten Geld: etwa bei Gottesdiensten und Konzerten an der Wichern-Schule. Neben vielen Einzelspenden trug auch der Verein „Kinder helfen Kindern“ und die Hauptkirche St. Nikolai wesentlich zu dem stattlichen Erlös von über 30.000 Euro bei.

Am 15. Juli war es endlich soweit: gemeinsam mit ihrer großen Amtskollegin, Bischöfin Kirsten Fehrs, weihten die drei die neuen Spielmöglichkeiten am Mattkamp ein: „Ein echtes Willkommenszeichen“ sei der Spielplatz, so Bischöfin Fehrs. Sie ist „sehr dankbar für dieses Vorbild, mit dem die Wichern-Schüler vorangehen – auch für uns Große.“ Nachdem sie ein rotes Band symbolisch durchschnitten hatte, durften die Kinder Rollhügel, Rutsche, Sandkasten und Trampolin endlich in Beschlag nehmen. Auf dem neuen Spielhäuschen sind Schilder angebracht, auf denen in vielen Sprachen die Worte ‚Glück’ und ‚Segen’ stehen. Die 420 Bewohner des Wohnheims kommen aus 45 verschiedenen Ländern. Viele alleinerziehende Mütter sind darunter und auch 80 Kinder unter fünf Jahre. Sie kommen vor allem aus Afghanistan, Irak, Ghana und Syrien. Sie werden die großartige Geste auch ohne Worte verstehen.

20 Jahre Kinderbischöfe

Damit hat eine Kandidatin die Sache in ihrer Bewerbung auf den Punkt gebracht. Ja, Kinderbischöfe treten seit 20 Jahren für die Interessen und Rechte von Kindern ein. Sie erforschen – zusammen mit allen Kindern aus den 5. Klassen –, wie es um die Kinderrechte in Hamburg und in der Welt bestellt ist. In diesem Jahr bewegt das Thema viele ganz besonders: „Kinder(rechte) auf der Flucht.“ Warum müssen Kinder fliehen?

Wie ist es, wenn man alles verliert? Wie geht es Kindern, die bei uns Zuflucht gefunden haben? Können wir etwas tun, damit es diesen Kindern bei uns besser geht? Am Ende der Kinderbischofszeit werden die Kinder des 5. Jahrgangs eine wichtige Erfahrungen gemacht haben: Es lohnt sich,über den eigenen Horizont hinauszugucken. Auch Kinder können gute und schlechte Zustände in Worte fassen. Sie haben ein Recht darauf, gehört zu werden. Sie können und sollen Verantwortung übernehmen. Sie können Dinge gestalten und verändern. Sie können helfen. Das sind erste wichtige Schritte auf dem Weg zu einem sozial verantwortlichen und demokratisch engagierten Christsein heute. Die Idee ist alt. Im Mittelalter gab es überall in Europa Kinderbischöfe, die die Mächtigen auf Missstände hinwiesen und Abhilfe forderten.

Seit dem 6. Dezember 1994 gibt es moderne Kinderbischöfe in Hamburg. Sie kommen aus der Wichern-Schule, die mit der Hauptkirche St. Nikolai kooperiert. Wie im Mittelalter ist der Gottesdienst zur Einführung ein großes Spektakel mit hunderten Besuchern, viel Musik, einer Kinderbischofspredigt und 150 aktiven Kindern, davon 50 in mittelalterlichen Kostümen. Damals wie heute wirkt dieses Ritual der Er-Mächtigung: Die Kinder wachsen durch die Amtsübernahme über sich selbst hinaus. Das Amt verleiht ihnen Würde, Verantwortungsbewusstsein – und tatsächlich: Macht. Mag es eine kleine Macht sein, die begrenzt wirkt, aber sie erhöht dennoch die eigentlich Ohnmächtigen. Was für eine schöne und lebendige Umkehrung herrschender Verhältnisse! Katharina Gralla

 


Kibis in der Flüchtlingssiedlung am Mattkamp

Die räumliche Enge und die Ungewissheit um die Zukunft macht die Situation für die Flüchtlingskinder schwierig. Umso mehr brauchen sie Bewegung und Platz zum Spielen: Sie wollen toben, rennen, hüpfen, klettern, im Sand buddeln. Der Kinderspielplatz am Mattkamp bietet kaum Möglichkeiten.
Den neuen Kinderbischöfen ist daher der Besuch in der Flüchtlingssiedlung am Mattkamp eine Herzensangelegenheit: „Die Kinder am Mattkamp brauchen einen neuen Spielplatz! Wir werden Spenden für die Erneuerung des Spielplatzes sammeln.“ 

Die Kinderbischöfe bitten Sie um Ihre Spende und danken Ihnen herzlich für Ihre Unterstützung. 

Spendenkonto 

 

Hauptkirche St. Nikolai

Kinderbischöfe 14/15

Evangelische Bank eG

IBAN: DE39 5206 0410 5506 4460 27